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Krankheitsratgeber

Perianalabszess (Analabszess): Was ist das? Welche Symptome treten auf? Wie wird er behandelt?

Ein Analabszess ist eine eitergefüllte Schwellung im Bereich des Afters und seiner Umgebung. Viele Betroffene sprechen aus Scham nicht darüber, dennoch ist er ein recht häufiges Gesundheitsproblem. Er entsteht in der Regel durch eine Infektion mit Bakterien oder eine Infektion der Drüsen im Gewebe um den After. Zu den Symptomen eines Analabszesses gehören starke Schmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit. Wird ein solcher Abszess nicht rasch behandelt,…

Perianalabszess (Analabszess): Was ist das? Welche Symptome treten auf? Wie wird er behandelt?

Ein Analabszess ist eine eitergefüllte Schwellung im Bereich des Afters und seiner Umgebung. Viele Menschen sprechen aus Scham nicht darüber, dennoch ist er ein recht häufiges Gesundheitsproblem. Er entsteht in der Regel durch eine Infektion mit Bakterien oder eine Infektion der Drüsen im Gewebe um den After.

Zu den Symptomen eines Analabszesses gehören starke Schmerzen, Fieber und Abgeschlagenheit. Wird ein solcher Abszess nicht rasch behandelt, kann er zu schwerwiegenderen Gesundheitsproblemen führen. In manchen Fällen kann er bei verzögerter Behandlung sogar in einen lebensbedrohlichen, tödlichen Zustand wie die Fournier-Gangrän übergehen. Deshalb ist es sehr wichtig, bei Auftreten der Symptome ohne Zeitverlust einen Facharzt aufzusuchen.

In diesem Beitrag erklären wir in klarer und verständlicher Sprache, was ein perianaler Abszess ist, welche Symptome und Ursachen er hat und welche Behandlungsmethoden es gibt. Außerdem beantworten wir häufig gestellte Fragen.

Was ist ein perianaler Abszess?

Der perianale Abszess, eine der häufigsten Erkrankungen im Analbereich, ist eine mit infizierter Flüssigkeit oder Eiter gefüllte Höhle unter der Haut um den After. Dieses Gesundheitsproblem kann äußerst schmerzhaft sein und ist ein ernster Zustand, der eine frühzeitige Behandlung erfordert.

Was ist ein Abszess am After und wie entsteht er?

Ein perianaler Abszess ist eine lokalisierte Ansammlung infizierter Flüssigkeit unter der Haut um den After. Er entsteht meist durch die Verstopfung von Drüsen im Inneren des Afters. Die normale Aufgabe dieser Drüsen besteht darin, Schleim abzusondern und so die Stuhlentleerung zu erleichtern. Werden diese Drüsen jedoch aus verschiedenen Gründen verstopft, sammeln sich in ihnen Bakterien an und verursachen eine Infektion.

Im Verlauf der Infektion bildet sich, während der Körper gegen die Bakterien ankämpft, eine Flüssigkeit, die als Eiter bezeichnet wird und sich im Gewebe um den After ansammelt. So kommt es zur Abszessbildung. Sie zeigt sich als Rötung und Schwellung um den After. In manchen Fällen entsteht der Abszess nahe der Hautoberfläche, bei anderen Patienten kann er sich auch in tieferen Gewebeschichten entwickeln.

Perianale Abszesse entstehen meist durch die Verstopfung der Ausführungsgänge kleiner Drüsen im Bereich der Linea dentata des Analkanals und durch eine dort entstehende bakterielle Infektion. Zu den Ursachen dieser Verstopfung können gehören:

  • Durchfall oder Verstopfung
  • Verletzungen im Analbereich
  • Mangelnde persönliche Hygiene
  • Sexuell übertragbare Erkrankungen
  • Störungen des Immunsystems

.

In welchen Altersgruppen tritt er häufiger auf?

Der perianale Abszess kann Menschen jeder Altersgruppe betreffen. In bestimmten Altersgruppen tritt er jedoch häufiger auf.

Bei Kindern ist er besonders bei Jungen unter einem Jahr häufiger. Bei Säuglingen kommt er mit einer Häufigkeit von 0,5–4,3 % vor. Kinder unter einem Jahr machen 57–86 % der Fälle von perianalen Abszessen aus. Daher sollten Schwellungen und Rötungen im Bereich des Afters bei Säuglingen unbedingt ernst genommen werden.

Bei Erwachsenen tritt der perianale Abszess am häufigsten im Alter von 20 bis 60 Jahren auf. Außerdem sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Insbesondere im Frühling und Sommer nehmen mit dem weicheren Stuhl auch die Fälle von perianalen Abszessen zu.

Tritt bei Kindern über zwei Jahren ein perianaler Abszess auf, sollten zugrunde liegende Erkrankungen in Betracht gezogen werden. Dazu zählen unter anderem die autoimmune Neutropenie, Leukämie, AIDS, Diabetes mellitus und Morbus Crohn. Daher muss insbesondere bei perianalen Abszessen, die sich bei älteren Kindern entwickeln, unbedingt abgeklärt werden, ob ein anderes zugrunde liegendes Gesundheitsproblem besteht.

Welche Symptome hat ein Analabszess?

Die Symptome eines Analabszesses beginnen meist plötzlich und schreiten rasch fort. Werden diese Symptome früh erkannt, erleichtert das den Behandlungsverlauf und kann schwerwiegendere Probleme verhindern.

Schmerzen, Schwellung und Pochen am After

Das auffälligste Symptom eines Analabszesses sind starke, unerträgliche Schmerzen im Bereich des Afters. Diese Schmerzen können anfangs leicht sein, nehmen aber mit der Zeit zu. Zusätzlich zu den Schmerzen zeigen sich eine deutliche Schwellung und Rötung im Analbereich. Die Schwellung kann infolge der Eiteransammlung rasch zunehmen und sich bei Berührung warm anfühlen.

Besonders in den Nachtstunden spüren viele Patienten im Analbereich ein pulsierendes Pochen. Dieses Pochen zeigt, dass der Abszess aktiv wächst, und tritt meist in der letzten Phase des Abszesses auf. In fortgeschrittenen Fällen kann der Patient nicht mehr sitzen.

Fieber, Abgeschlagenheit und Ausfluss

Ein Analabszess ist nicht nur eine lokale Infektion; er löst auch eine allgemeine Reaktion des Körpers aus. Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Schüttelfrost und Schwitzen können auftreten. Das Fieber liegt meist über 38 °C, was auf ein Fortschreiten der Infektion hinweist.

Wenn der Abszess ausgereift ist, kann der darin angesammelte Eiter manchmal von selbst die Hautoberfläche erreichen und nach außen abfließen. Dieser Ausfluss riecht meist unangenehm und lindert die Schmerzen vorübergehend. Die vorübergehende Erleichterung ist jedoch trügerisch, da die im inneren Gewebe verbleibende Entzündung zu einem erneuten Auftreten der Infektion führen kann.

Zunehmende Schmerzen beim Stuhlgang

Ein Analabszess verursacht während oder nach dem Stuhlgang deutlich zunehmende Schmerzen. Auch beim Husten oder Sitzen können sich die Schmerzen verschlimmern. Da der Abszess auf die Muskeln und Gefäßstrukturen um den After drückt, verstärken sich die Schmerzen beim Stuhlgang.

Die Betroffenen scheuen den Gang zur Toilette und versuchen, den Stuhl zurückzuhalten. Das Zurückhalten des Stuhls kann jedoch zu Verstopfung führen und die Situation weiter verschlimmern. Wenn harter Stuhl auf den entzündeten Bereich drückt, kann der Abszess größer werden oder platzen.

Was verursacht einen Abszess am After?

Ein Analabszess entsteht durch eine Infektion mit Bakterien oder eine Infektion der Drüsen im After und im umgebenden Gewebe. Diese Infektion entsteht meist durch die Verstopfung der Ausführungsgänge kleiner Drüsen im Bereich der Linea dentata des Analkanals.

Darüber hinaus kann er auch infolge von Problemen des Immunsystems, mangelnder Hygiene, Geschlechtskrankheiten oder Verletzungen entstehen. Zudem wird beobachtet, dass er nach lang andauerndem Durchfall auftritt. Auch das Vorliegen einer chronischen Analfissur ist eine der häufigen Ursachen eines Analabszesses.

Bei so starken Schmerzen, dass sie den Alltag beeinträchtigen, sollte unbedingt an einen Analabszess gedacht und ohne Zeitverlust ein Arzt aufgesucht werden.

Was verursacht einen perianalen Abszess?

Die Entstehung eines Abszesses am After kann von verschiedenen Faktoren abhängen. In diesem Abschnitt betrachten wir die wesentlichen Ursachen und Risikofaktoren perianaler Abszesse im Detail.

Verstopfung der Analdrüsen

Die häufigste Ursache perianaler Abszesse ist die Verstopfung und Infektion der Sekretdrüsen im Bereich des Afters. Diese Drüsen bilden normalerweise beim Stuhlgang gleitfähig machende Sekrete und erleichtern so die Funktion. Wenn die Mündung dieser Drüsen jedoch verstopft ist, staut sich das Sekret im Inneren an, und es entsteht ein ideales Vermehrungsmilieu für Bakterien.

Infolge der Verstopfung bilden sich um den After und das Rektum eitergefüllte Gewebehohlräume. In manchen Fällen können Stuhlpartikel oder Fremdkörper den Ausführungsgang der Analdrüse verlegen. Das nicht abfließende Sekret bildet schließlich Gänge im umliegenden Gewebe und verursacht eine Infektion.

Geschwächtes Immunsystem

Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist das Risiko, einen perianalen Abszess zu entwickeln, höher. Insbesondere folgende Zustände erhöhen das Risiko:

  • Diabetes (Zuckerkrankheit)
  • HIV-/AIDS-Infektion
  • Patienten, die eine Krebsbehandlung erhalten
  • Personen, die Kortison und Kortisonderivate einnehmen
  • Personen, die andere das Immunsystem unterdrückende Medikamente einnehmen

Wenn das Immunsystem bei der Bekämpfung von Infektionen versagt, können sich bakterielle Infektionen, die normalerweise leicht unter Kontrolle zu bringen sind, rasch ausbreiten und zur Abszessbildung führen. Deshalb ist es für Menschen mit Immunsystemproblemen sehr wichtig, bei Auftreten von Symptomen eines perianalen Abszesses sofort fachärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Mangelnde Hygiene und sexuell übertragbare Erkrankungen

Unzureichende Hygiene im Analbereich schafft ein günstiges Milieu für die Vermehrung von Bakterien. Insbesondere ein dauerhaft feuchter Analbereich erleichtert die Vermehrung von Bakterien. Dies erhöht das Risiko einer Infektion der Analdrüsen.

Auch sexuell übertragbare Erkrankungen können zur Entstehung eines perianalen Abszesses beitragen. Diese Infektionen können im Gewebe der Region Entzündungen hervorrufen und die Abszessbildung auslösen. Regelmäßige Kontrollen und eine frühzeitige Behandlung sexuell übertragbarer Erkrankungen können das Risiko einer Abszessbildung verringern.

Chronische Verstopfung und Durchfall

Lang anhaltende Verstopfung und Durchfall sind wichtige Faktoren, die das Risiko der Entstehung eines perianalen Abszesses erhöhen. Bei Verstopfung gilt:

  • Harter Stuhl kann den Analbereich schädigen
  • Starkes Pressen beim Stuhlgang übt Druck auf die Analdrüsen aus
  • Die verzögerte Stuhlentleerung begünstigt die Vermehrung von Bakterien in der Region

Andererseits führt auch chronischer Durchfall dazu, dass:

  • im Analbereich eine dauerhafte Reizung entsteht
  • die natürliche Abwehrbarriere der Region geschwächt wird
  • die gesunde Funktion der Analdrüsen gestört wird

Daher spielt die Sicherstellung einer regelmäßigen Darmtätigkeit eine wichtige Rolle bei der Senkung des Risikos eines perianalen Abszesses.

Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sind wichtige Risikofaktoren für die Entstehung eines perianalen Abszesses. Insbesondere der Morbus Crohn führt häufig zur Abszessbildung im Analbereich.

Bei 10–20 % der Crohn-Patienten entwickelt sich ein anorektaler Abszess oder eine Analfistel. Bei dieser Erkrankung breitet sich die chronische Entzündung der Darmwand auf das umliegende Gewebe aus und löst die Abszessbildung aus. Zudem erhöhen Fehlregulationen des Immunsystems beim Morbus Crohn das Infektionsrisiko.

Auch die Colitis ulcerosa kann in ähnlicher Weise das Risiko eines perianalen Abszesses erhöhen. Bei dieser Erkrankung kann sich die Entzündung der Dickdarmschleimhaut auch auf den Analbereich ausbreiten und die Abszessbildung begünstigen.

Zusammenfassend können hinter der Entstehung eines perianalen Abszesses viele verschiedene Ursachen stehen. In manchen Fällen ist ein einzelner Faktor ausschlaggebend, meist entsteht der Abszess jedoch durch das Zusammentreffen mehrerer Risikofaktoren. Daher sollten Personen mit Symptomen eines perianalen Abszesses unbedingt einen Facharzt aufsuchen, damit die zugrunde liegenden Ursachen festgestellt werden.

Diagnosemethoden

Eine korrekte und schnelle Diagnose spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Behandlung eines Analabszesses. Durch eine rechtzeitige Diagnose sinkt das Komplikationsrisiko, und der Heilungsprozess wird beschleunigt.

Diagnose durch körperliche Untersuchung

Die wirksamste und am häufigsten verwendete Methode zur Diagnose eines Analabszesses ist die körperliche Untersuchung. Nachdem der Facharzt Ihre Beschwerden angehört hat, prüft er, ob Rötung, Schwellung und Schmerzen im Bereich um den After vorliegen. Diese Untersuchung reicht in der Regel für die Diagnose aus.

Die körperliche Untersuchung umfasst folgende Schritte:

  • Inspektion: Der Arzt untersucht den Analbereich und beurteilt das Vorhandensein und die Größe der Schwellung.
  • Rektale Untersuchung: Der Arzt untersucht das Rektum mit dem behandschuhten Finger und beurteilt die Eigenschaften der Schwellung.
  • Fingeruntersuchung: Bei tiefen Abszessen kann beim Eingehen mit dem Finger in den After eine Druckempfindlichkeit oder Verhärtung festgestellt werden.

Insbesondere bei oberflächlichen Abszessen reichen diese Methoden meist aus, und die Diagnose wird schnell gestellt. In manchen Fällen kann jedoch eine genauere Untersuchung erforderlich sein.

Einsatz von Ultraschall, MRT und CT

In bestimmten Fällen, insbesondere bei tiefen Abszessen und komplexen Fällen, werden zusätzliche bildgebende Verfahren eingesetzt. Diese bildgebenden Techniken helfen, die genaue Lage und Größe des Abszesses zu bestimmen.

Ultraschall (Sonografie): Er hilft, das Vorhandensein und die Ausdehnung eines Abszesses darzustellen. Er kann sowohl endoanal als auch perianal angewendet werden. Er wird insbesondere zur Beurteilung kleiner Abszesse oder oberflächlicher Fisteln eingesetzt.

Magnetresonanztomografie (MRT): Sie ist das Verfahren, das die Lage und Größe des Abszesses sowie seine Beziehung zu den umgebenden Strukturen am genauesten zeigt. Mithilfe der MRT-Bildgebung in dünnen Schichten kann der Verlauf der Fistelgänge kartiert werden. Sie wird bei wiederkehrenden oder komplexen Abszessen bevorzugt.

Computertomografie (CT): Sie wird insbesondere bei ausgedehnten Infektionen oder tiefen Abszessen eingesetzt. Sie zeigt die Ausdehnung des Abszesses und das Vorhandensein einer Phlegmone (Zellulitis) detailliert.

Die MRT gilt von vielen Fachleuten als „Goldstandard" bei der Beurteilung einer analen Sepsis. Sie ist bei der Bestimmung des genauen Ortes und der Ausdehnung der Infektion äußerst erfolgreich.

Wie erkennt man eine Schwellung am After?

Um zu erkennen, ob es sich bei einer Schwellung am After um einen Abszess handelt, muss auf bestimmte Anzeichen geachtet werden. Wenn neben der Schwellung zunächst eine Rötung und bei Berührung eine Erwärmung zu spüren sind, kann es sich um einen Abszess handeln.

Anzeichen eines Abszesses sind:

  • Schwellung und Rötung: Bei oberflächlichen Abszessen leicht erkennbar.
  • Berührungsempfindlichkeit: Bei Berührung der geschwollenen Stelle treten starke Schmerzen auf.
  • Erwärmung: Aufgrund der Infektion ist die Region überwärmt.

In manchen Fällen können vom Arzt auch Verfahren wie Anoskopie, Sigmoidoskopie oder Koloskopie eingesetzt werden. Diese Verfahren dienen der Darstellung des Inneren des Analkanals, und der Arzt kann so den Abszess von anderen Erkrankungen (Hämorrhoiden, Analfissur) unterscheiden.

Wenn Sie eine Schwellung am After bemerken, suchen Sie unbedingt einen Facharzt auf, anstatt zu versuchen, sich selbst zu diagnostizieren. Eine frühe Diagnose und die richtige Behandlung sind entscheidend, um Komplikationen zu verhindern.

Behandlung des perianalen Abszesses und Drainageverfahren

Der grundlegende Ansatz bei der Behandlung eines Analabszesses ist die Entleerung des Eiters aus dem Abszess. Eine frühzeitige Behandlung verringert sowohl die Schmerzen rasch als auch beugt sie ernsten Komplikationen vor.

Was ist die Drainage eines perianalen Abszesses?

Die Drainage eines perianalen Abszesses ist das Verfahren, bei dem die Schwellung um den After und die darin befindliche eitrige Flüssigkeit nach außen abgeleitet werden. Dieser Eingriff erfolgt, ohne das Gewebe zu schädigen, und beschleunigt die Heilung, indem er die Ausbreitung der Infektion verhindert. Die Drainage sorgt für eine rasche Entleerung des Abszesses und verringert die Schmerzen erheblich. Die Abszessdrainage beseitigt nicht nur den vorhandenen Eiter, sondern verringert auch das Risiko neuer Infektionen im Körper.

Wie wird der chirurgische Eingriff durchgeführt?

Der chirurgische Eingriff läuft in der Regel wie folgt ab:

  • Anästhesie: Bei oberflächlichen Abszessen wird eine lokale Betäubung, bei großen und tiefen Abszessen eine Vollnarkose eingesetzt.
  • Inzision: Auf der Haut wird ein kleiner Schnitt angelegt und der Eiter vollständig entleert.
  • Einlegen einer Drainage: Bei großen oder tiefen Abszessen kann zur kontinuierlichen Drainage ein Katheter in die Region eingelegt werden.

Nach dem Eingriff ist in der Regel keine Naht erforderlich, und die Wunde bleibt offen. Dies verhindert ein Wiederauftreten des Abszesses und sorgt dafür, dass die Heilung von innen nach außen erfolgt.

Wann ist eine Antibiotikabehandlung beim perianalen Abszess erforderlich?

Eine alleinige Antibiotikabehandlung ist für einen perianalen Abszess keine ausreichende Lösung. In bestimmten Fällen können jedoch zusätzlich zur chirurgischen Drainage Antibiotika gegeben werden:

  • Bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem
  • Bei einer ausgedehnten Infektion
  • Bei Diabetespatienten
  • Als unterstützende Behandlung nach der Operation
  • Bei schwerer Phlegmone (Zellulitis, Infektion des Unterhautgewebes)

Der Grund dafür, dass Antibiotika bei der Abszessbehandlung allein nicht ausreichen, ist, dass das Medikament die abgekapselte Struktur des Eiters im Abszess nicht ausreichend durchdringen kann.

Einsatz von Schmerzmitteln und Stuhlweichmachern

Für das Schmerzmanagement nach der Operation gilt:

  • Verschreibungspflichtige oder rezeptfreie Schmerzmittel können angewendet werden
  • Zur Verringerung der Schmerzen beim Stuhlgang werden Stuhlweichmacher gegeben
  • Eine ballaststoffreiche Ernährung wird empfohlen

Stuhlweichmacher sind besonders wichtig, da harter Stuhl den Operationsbereich schädigen und die Heilung verzögern kann.

Warmes Sitzbad und Verbandswechsel

Die wirksamste unterstützende Behandlung im Heilungsverlauf ist das warme Sitzbad. Dabei gilt:

  • Es sollte 2–3-mal täglich für 15–20 Minuten durchgeführt werden
  • Es sollte Wasser in einer Temperatur verwendet werden, die den Ellenbogen nicht verbrüht
  • Es dürfen keine Medikamente oder Chemikalien zugesetzt werden
  • Es sollte in sitzender Position (ohne zu hocken) durchgeführt werden

Das warme Sitzbad fördert die Durchblutung der Region und trägt so zum Abklingen der Entzündung bei, entspannt die Muskeln um den After und verringert die Schmerzen. Zudem sollte der Verband regelmäßig gewechselt und die Region sauber gehalten werden.

Nach der Behandlung ist innerhalb von 5–8 Wochen mit einer vollständigen Heilung zu rechnen. Unbehandelte perianale Abszesse heilen jedoch nicht von selbst aus und können zu ernsten Komplikationen führen.

Häufig gestellte Fragen

Wir beantworten die Fragen zum Analabszess mit den Einschätzungen von Fachleuten. Hier sind die am häufigsten gestellten Fragen zu dieser Erkrankung und ihre Antworten.


1. Heilt ein Analabszess von selbst aus?

Nein, ein Analabszess ist keine Erkrankung, die von selbst abheilen kann. Er erfordert einen dringenden chirurgischen Eingriff. Unbehandelt schreitet der Abszess fort und kann zu schwerwiegenderen Problemen führen. Insbesondere tiefer gelegene Abszesse müssen unbedingt behandelt werden. Das Abwarten, ob er von selbst abheilt, führt zu einem Fortschreiten der Erkrankung und erschwert die Behandlung.


2. Besteht beim perianalen Abszess ein Rezidivrisiko?

Ja, beim perianalen Abszess besteht ein Rezidivrisiko. Insbesondere wenn der Fistelgang nicht vollständig entfernt wurde oder die zugrunde liegende Entzündung nicht unter Kontrolle gebracht wurde, kann er erneut auftreten. Bei einfachen Fisteln kann es in 5–10 %, bei komplexen Fisteln in bis zu 20 % zu Rezidiven kommen. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens, wenn nach der Behandlung keine ausreichende Hygiene eingehalten wird.


3. Was passiert, wenn der Abszess platzt?

Wenn der Abszess von selbst platzt, fließt der darin befindliche Eiter als Ausfluss ab, und die Schmerzen lassen etwas nach. Dies bedeutet jedoch keine Heilung, da die Infektionsquelle im Inneren verbleibt. Wenn übel riechender Ausfluss und Fieber hinzukommen, können sich ernste Komplikationen entwickeln. Von selbst aufgeplatzte Abszesse führen in der Regel zur Bildung einer Fistel.


4. Was ist der Unterschied zu Hämorrhoiden?

Ein Analabszess und Hämorrhoiden sind unterschiedliche Erkrankungen. Hämorrhoiden entstehen durch die Schwellung von Gefäßen innerhalb oder außerhalb des Afters und verursachen meist schmerzlose Blutungen. Ein Abszess hingegen entsteht durch eine Eiteransammlung infolge einer Infektion, verursacht starke Schmerzen und fühlt sich bei Berührung warm an. Hämorrhoiden sind von festerer Beschaffenheit und können meist mit Cremes behandelt werden.


5. Zu welchem Arzt sollte ich gehen?

Bei Beschwerden durch einen Analabszess sollten Sie einen Facharzt für Allgemeinchirurgie aufsuchen. Allgemeinchirurgen sind Ärzte, die auf die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Analbereichs spezialisiert sind. Insbesondere kolorektale Chirurgen sind auf diesem Gebiet am kompetentesten. Für eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sollten Sie sofort nach Beginn der Beschwerden ohne Zeitverlust einen Facharzt aufsuchen.


6. Wie lange dauert die Heilung nach der Operation?

Die Heilungsdauer kann je nach Art der Operation variieren. In der Regel ist bei einfachen Abszessen die Rückkehr in den Alltag innerhalb von 2–3 Wochen möglich. Bei komplexen Fällen kann die Heilung 4–8 Wochen dauern. In den ersten Tagen können Schmerzen und Schwellungen auftreten. Ein entleerter Analabszess heilt nach einem Zeitraum von drei bis vier Wochen vollständig ab.


7. Schädigt er die Scheide?

Bei Frauen werden nahe an der Scheide (vorne) gelegene Fisteln als komplex eingestuft, da der innere Schließmuskel bei Frauen wegen der davor liegenden Scheide kürzer ist. Diese beiden Regionen können aufgrund ihrer Nähe zueinander mitbetroffen sein. Bei richtiger Behandlung schädigt der perianale Abszess die Scheide jedoch in der Regel nicht. Im Zweifelsfall sollten sowohl Allgemeinchirurgen als auch Frauenärzte konsultiert werden.


8. Wird der perianale Abszess sexuell übertragen?

Nein, der perianale Abszess ist keine direkt sexuell übertragbare Erkrankung. Eine Analfistel ist keine Infektionskrankheit und wird nicht sexuell übertragen. Sexuell übertragbare Infektionen können jedoch ein Risikofaktor sein und die Abszessbildung auslösen.

Der perianale Abszess in Kürze

Zusammenfassend ist der Analabszess ein häufiges Gesundheitsproblem, das ernst ist und eine dringende Behandlung erfordert. Die eitergefüllte Schwellung um den After kann ohne frühzeitiges Eingreifen zu gefährlichen Komplikationen führen. Insbesondere bei starken Schmerzen, Fieber und Schwellung sollten Sie ohne Zeitverlust einen Facharzt für Allgemeinchirurgie aufsuchen.

Zur Erinnerung: Ein Analabszess heilt nicht von selbst ab und erfordert unbedingt eine chirurgische Drainage. Antibiotika reichen allein meist nicht aus, können jedoch zusammen mit der Drainage eingesetzt werden. Außerdem unterstützen warme Sitzbäder, angemessene Hygiene und Stuhlweichmacher den Heilungsprozess.

Der wichtigste Punkt, auf den im Heilungsverlauf zu achten ist, sind regelmäßige Kontrollen und Sauberkeit. So verringert sich das Rezidivrisiko des Abszesses. Liegen zudem Erkrankungen wie ein zugrunde liegender Morbus Crohn oder Immunsystemprobleme vor, ist auch deren Behandlung wichtig.

Letztlich ist ein Analabszess kein Grund zur Scham, sondern ein Gesundheitsproblem, das behandelt werden muss. Durch eine frühe Diagnose und Behandlung können Sie schwere Komplikationen vermeiden und rasch in Ihren Alltag zurückkehren. Wenn Sie die Symptome bemerken, ist es für Ihre Gesundheit der richtige Weg, sofort fachärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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