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Krankheitsratgeber

Gebärmutterkrebs: Stadien, Ursachen und Behandlung

Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) zählt zu den häufigsten gynäkologischen Krebsarten. Er wird oft früh erkannt und hat gute Heilungschancen.

Gebärmutterkrebs: Stadien, Ursachen und Behandlung

Was ist Gebärmutterkrebs?

Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom) gehört zu den häufigsten gynäkologischen Krebserkrankungen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhielten im Jahr 2020 weltweit 417.367 Frauen die Diagnose Gebärmutterkrebs. Das entspricht 4,5 % aller Krebserkrankungen bei Frauen. Anders als viele andere gynäkologische Tumoren lässt er sich häufig früh erkennen, und die Heilungschancen sind entsprechend hoch.

Wie entsteht Gebärmutterkrebs?

Die Gebärmutter (medizinisch: Uterus) ist das zentrale weibliche Fortpflanzungsorgan, in dem sich der Fötus entwickelt. Sie liegt zwischen Darm und Harnblase, ist etwa 7,5 cm lang und rund 3 cm dick. Ihre Wand besteht aus drei Schichten: Innen ist sie von der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ausgekleidet, die sich im Zyklus regelmäßig aufbaut und mit der Menstruation abgestoßen wird. Darauf folgen die Muskelschicht (Myometrium) und schließlich das Perimetrium, das die Gebärmutter von außen umhüllt. Gebärmutterkrebs entsteht, wenn sich Zellen des Endometriums unter dem Einfluss äußerer Faktoren verändern und unkontrolliert wachsen. Mit der Zeit bilden die sich abnorm vermehrenden Zellen eine Geschwulst, also einen Tumor. Das Endometrium reagiert empfindlich auf Hormone, die von den Eierstöcken gebildet oder von außen zugeführt werden. Bleiben hormonelle Störungen unerkannt und unbehandelt, können die daraus folgenden Zellveränderungen zu Krebs der Gebärmutterschleimhaut führen.

Welche Stadien von Gebärmutterkrebs gibt es?

Gebärmutterkrebs wird danach in Stadien eingeteilt, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat.

Stadium 1

Der Tumor ist auf die Gebärmutter begrenzt und hat sich noch nicht ausgebreitet.

Stadium 2

Der Tumor ist über die Gebärmutter hinaus bis in das stützende Bindegewebe des Gebärmutterhalses vorgedrungen, hat die Lymphknoten aber noch nicht erreicht.

Stadium 3

Der Tumor hat sich außerhalb der Gebärmutter auf Eileiter und Eierstöcke ausgedehnt. Auch die Lymphknoten sind befallen.

Stadium 4

Der Tumor reicht über das Becken hinaus und hat Metastasen in entfernten Organen wie Darm, Blase, Knochen oder Lunge gebildet.

Ursachen und Risikofaktoren von Gebärmutterkrebs

Die genauen Ursachen von Gebärmutterkrebs sind nicht vollständig geklärt. Bekannt sind jedoch mehrere Risikofaktoren, die seine Entstehung begünstigen.

Hormonelle Störungen

Das Endometrium reagiert auf Schwankungen des Östrogen- und Progesteronspiegels. Solche Veränderungen können die Entstehung von Gebärmutterkrebs begünstigen.

Alter

Statistisch sind 75 % der Frauen, die an Gebärmutterkrebs erkranken, älter als 50 Jahre.

Zyklusstörungen

Frauen, die in jungen Jahren unregelmäßige oder verspätete Regelblutungen haben, sind länger Östrogen ausgesetzt und tragen deshalb ein höheres Risiko. Da Übergewicht und das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) zu den Ursachen von Zyklusstörungen gehören, lässt sich das Risiko durch deren Behandlung senken.

Späte Menopause

Ein spätes Einsetzen der Wechseljahre erhöht das Risiko. Eine Hormonersatztherapie, die in dieser Phase nur Östrogen enthält, steigert das Risiko für Gebärmutterkrebs. Wird zusätzlich Progesteron gegeben, ist das hormonelle Gleichgewicht wiederhergestellt und das Krebsrisiko entfällt. Zur Risikogruppe zählen außerdem Frauen, deren erste Regelblutung vor dem 12. Lebensjahr eintrat und deren Menopause nach dem 55. Lebensjahr begann.

Kinderlosigkeit

Ein eindeutiger Beweis fehlt, doch Studien deuten darauf hin, dass eine Schwangerschaft das Risiko senkt. Zwar wird in der Schwangerschaft viel Östrogen ausgeschüttet, das für Gebärmutterkrebs ein Risiko darstellt; das gleichzeitig gebildete Progesteron hemmt jedoch dessen ungünstige Wirkung.

Übergewicht (Adipositas)

Bei Frauen mit Adipositas ist das Risiko für Gebärmutterkrebs dreimal so hoch wie bei schlanken Frauen, denn auch Fettgewebe bildet Östrogen und erhöht so den Östrogenspiegel im Körper.

Familiäre Vorbelastung

Ist bei Verwandten ersten Grades eine Krebserkrankung bekannt, steigt das Risiko für Gebärmutterkrebs.

Diabetes und Bluthochdruck

Frauen mit Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck erkranken häufiger an Gebärmutterkrebs.

Eierstocktumoren

Manche Eierstocktumoren steigern die Östrogenausschüttung und erhöhen damit auch das Risiko für Gebärmutterkrebs. Durch sie ausgelöste vaginale Blutungen können mitunter ebenfalls ein Hinweis auf Gebärmutterkrebs sein.

Welche Symptome und ersten Anzeichen treten bei Gebärmutterkrebs auf?

Da Gebärmutterkrebs meist nach der Menopause auftritt und sich durch Blutungen bemerkbar macht, sind die Chancen auf eine frühe Diagnose sehr gut. Wer eines der folgenden Symptome bemerkt, sollte sich daher fachärztlich untersuchen lassen:

  • Vaginale Blutungen

  • Ungewöhnlicher, nicht blutiger Ausfluss

  • Zwischenblutungen bei Frauen, die noch menstruieren

  • Blutungen nach der Menopause

  • Verlängerte Regelblutung

  • Schmerzen im Becken

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

  • Gewichtsverlust

Wie wird Gebärmutterkrebs diagnostiziert?

Am Anfang stehen eine körperliche und eine gynäkologische Untersuchung. Anschließend sind weitere Untersuchungen nötig, darunter:

Vaginaler Ultraschall

Mit dem Ultraschall lassen sich die Dicke der Gebärmutterschleimhaut und mögliche Auffälligkeiten beurteilen. Dazu wird eine glatte, abgerundete Schallsonde in die Scheide eingeführt, die das Innere der Gebärmutter darstellt.

Hysteroskopie

Bei der Gebärmutterspiegelung wird ein langer, dünner und flexibler Schlauch in die Gebärmutter eingeführt. Über die eingebaute Glasfaserkamera lassen sich die Gebärmutterhöhle und das Endometrium genau betrachten. Bei Bedarf kann dabei auch eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden.

Endometriumbiopsie

Für eine gesicherte Diagnose wird Gewebe aus dem Inneren der Gebärmutter entnommen. Die Probe wird im Pathologielabor untersucht, das die Diagnose Gebärmutterkrebs bestätigt.

Ausschabung (Dilatation und Kürettage)

Sie kommt zum Einsatz, wenn die Biopsie für eine eindeutige Diagnose nicht ausreicht. Der etwas aufwendigere Eingriff findet im Operationssaal statt: Der Gebärmutterhals wird geweitet, anschließend wird mit speziellen Instrumenten Gewebe aus der Gebärmutter abgetragen und untersucht.

Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT)

Auch CT und MRT werden zur Diagnose eingesetzt. Ein Kontrastmittel sorgt für eine deutlichere Darstellung der Gebärmutter und liefert detaillierte Bilder zu Größe und Lage des Tumors.

Wie wird Gebärmutterkrebs behandelt?

Nach gesicherter Diagnose übernimmt eine erfahrene gynäkologische Onkologin oder ein erfahrener gynäkologischer Onkologe die weitere Betreuung. Die Behandlung richtet sich nach Stadium und Art des Tumors, dem Gesundheitszustand der Patientin und einem möglichen Kinderwunsch. Im Mittelpunkt steht die Operation; ergänzend können Chemotherapie und Strahlentherapie zum Einsatz kommen.

Operation

Die Operation ist die häufigste Behandlungsform. Dabei werden Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke entfernt (Hysterektomie mit Adnexektomie); zudem werden Lymphknoten entfernt und Proben aus dem umliegenden Gewebe entnommen. Reicht die Operation allein nicht aus, folgen weitere Therapien. Bei geeigneten Patientinnen ist der Eingriff als robotergestützte Operation mit kleineren Schnitten möglich.

Chemotherapie

Zeigt sich nach der Operation, dass der Krebs fortgeschritten ist und bereits andere Organe befallen hat, wird eine Chemotherapie eingesetzt, um die Krebszellen abzutöten. Nach der Behandlung werden die Patientinnen in regelmäßigen Abständen nachkontrolliert und untersucht.

Strahlentherapie

Besteht nach der Operation ein Rückfallrisiko, folgt auf die Entfernung der Gebärmutter eine Strahlentherapie. Sie kann von außen erfolgen oder als innere Bestrahlung über die Scheide (Brachytherapie).

Hormontherapie

Hat sich der Krebs ausgebreitet, kann hochdosiertes Progesteron (Gestagen) gegeben werden, um die Ausbreitung einzudämmen und das Tumorwachstum zu stoppen.

Häufige Fragen zu Gebärmutterkrebs

Was ist das erste Anzeichen von Gebärmutterkrebs?

Das häufigste erste Anzeichen ist eine ungewöhnliche vaginale Blutung. Jede Blutung nach der Menopause sollte abgeklärt werden, auch wenn es sich nur um eine Schmierblutung handelt. Bei Frauen, die noch menstruieren, sind Zwischenblutungen sowie verlängerte oder deutlich stärkere Regelblutungen ein Warnzeichen.

Ist Gebärmutterkrebs heilbar?

Gebärmutterkrebs wird meist früh entdeckt, weil er sich durch ungewöhnliche Blutungen bemerkbar macht. Deshalb gehört er zu den Krebsarten mit guten Behandlungserfolgen. Die große Mehrheit der Frauen, die behandelt werden, solange der Tumor auf die Gebärmutter begrenzt ist, wird vollständig geheilt. Je weiter sich der Krebs ausgebreitet hat, desto geringer sind die Heilungschancen.

Wie wird Gebärmutterkrebs im Stadium 1 behandelt?

Im Stadium 1 befindet sich der Tumor ausschließlich in der Gebärmutter. In der Regel werden Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke operativ entfernt und die Lymphknoten untersucht. Je nach pathologischem Befund kann zusätzlich eine Brachytherapie empfohlen werden.

Was bedeutet es, wenn Gebärmutterkrebs die Lymphknoten befallen hat?

Ein Befall der Lymphknoten bedeutet, dass die Erkrankung Stadium 3 erreicht hat. Dann folgen auf die Operation eine Strahlentherapie und häufig eine Chemotherapie. Den Behandlungsplan legt das Team der gynäkologischen Onkologie abhängig von der Lage der Absiedlungen und dem Allgemeinzustand der Patientin fest.

Welche Symptome treten bei Gebärmutterkrebs im Endstadium auf?

Im fortgeschrittenen Stadium können zusätzlich zu Blutungen Schmerzen im Unterleib und im Rücken, ein geschwollener Bauch, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Erschöpfung, geschwollene Beine sowie Veränderungen beim Wasserlassen oder Stuhlgang auftreten.

Sind Gebärmutterkrebs und Gebärmutterhalskrebs dasselbe?

Nein. Gebärmutterkrebs entsteht in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) und tritt meist nach der Menopause auf. Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich dagegen im Gebärmutterhals, dem Teil der Gebärmutter, der in die Scheide mündet, und hängt überwiegend mit einer HPV-Infektion zusammen.

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