Die Schilddrüsenszintigrafie ist ein nuklearmedizinisches bildgebendes Verfahren, mit dem der Arzt die Gesundheit und Funktion der Schilddrüse untersucht. Sie kann bei der Diagnose und Verlaufskontrolle verschiedener Erkrankungen helfen, einschließlich Hyperthyreose und Schilddrüsenknoten. Durch die bildliche Darstellung der Anreicherung eines radioaktiven Stoffes in der Schilddrüse mithilfe einer speziellen Kamera lassen sich die Funktion des Organs und mögliche Auffälligkeiten erkennen. Je nach Testergebnis können dem Patienten eine medikamentöse Behandlung, ein chirurgischer Eingriff oder eine Verlaufskontrolle empfohlen werden. Die Szintigrafie ist in der Regel schmerzlos und gilt aufgrund der geringen eingesetzten Radioaktivitätsdosis als sicher, wird jedoch bei Schwangeren und stillenden Müttern in der Regel nicht empfohlen. Diese Untersuchung kann sowohl funktionelle als auch strukturelle Störungen der Schilddrüse aufzeigen und so eine korrekte Diagnose ermöglichen.
Für welche Patienten wird eine Schilddrüsenszintigrafie durchgeführt?
Die Schilddrüsenszintigrafie spielt eine wichtige Rolle bei der Diagnose und Verlaufskontrolle zahlreicher Erkrankungen der Schilddrüse. Zu den Patientengruppen, bei denen eine Schilddrüsenszintigrafie empfohlen werden kann, gehören unter anderem:
Patienten mit Schilddrüsenknoten: Die Schilddrüsenszintigrafie wird bei Patienten mit einem im Schilddrüsengewebe festgestellten Knoten häufig eingesetzt. Sie dient dazu festzustellen, ob es sich um einen warmen oder kalten Knoten handelt, da warme Knoten in der Regel gutartig sind und Hormone produzieren. Kalte Knoten produzieren dagegen keine Hormone und können ein Krebsrisiko bergen, weshalb sie einer weiteren Abklärung bedürfen. Dieser Test zeigt außerdem deutlich die Größe der Knoten und andere strukturelle Auffälligkeiten des Schilddrüsengewebes.
Patienten mit Struma: Die Struma ist eine Vergrößerung der Schilddrüse, und die Schilddrüsenszintigrafie wird eingesetzt, um die Ursache der Struma zu ermitteln. Dieser Test zeigt, ob die Struma diffus (gleichmäßige Vergrößerung des gesamten Schilddrüsengewebes) oder noduläre Vergrößerung (Wachstum mit Knoten innerhalb des Gewebes) ist. Zudem wird beurteilt, wie sich die Struma auf die Hormonproduktion der Schilddrüse auswirkt, wodurch eine Hypothyreose oder Hyperthyreose genauer eingeordnet werden kann. Ob bei einer Struma ein chirurgischer Eingriff erforderlich ist oder ob sich die Erkrankung medikamentös kontrollieren lässt, wird anhand der Testergebnisse geplant.
Patienten mit Hyperthyreose: Die Hyperthyreose ist eine Überproduktion von Schilddrüsenhormonen, und die Schilddrüsenszintigrafie wird bei diesen Patienten eingesetzt. Diese bildgebende Untersuchung mit einem radioaktiven Stoff zeigt, welche Bereiche der Schilddrüse überaktiv sind. Bei Erkrankungen, die durch eine Hyperthyreose verursacht werden, wie etwa dem Morbus Basedow, kann die allgemeine Aktivität der Drüse erhöht erscheinen. Die Testergebnisse liefern wichtige Hinweise für die Planung der Behandlung.
Patienten mit Verdacht auf Hypothyreose: Bei der Hypothyreose produziert die Schilddrüse nicht ausreichend Hormone, und die Szintigrafie kann zur Untersuchung dieser Erkrankung eingesetzt werden. Der Test wird in der Regel durchgeführt, um festzustellen, ob eine strukturelle Veränderung der Schilddrüse vorliegt. Eine verminderte Aufnahme des radioaktiven Stoffes in bestimmten Bereichen der Drüse kann Aufschluss über die zugrunde liegende Ursache der Hypothyreose geben.
Patienten mit Verdacht auf Schilddrüsenkrebs: Die Schilddrüsenszintigrafie wird bei Patienten mit Verdacht auf Schilddrüsenkrebs eingesetzt, um festzustellen, ob Knoten kalt sind. Kalte Knoten bergen in der Regel ein Krebsrisiko und spielen daher bei der Früherkennung von Schilddrüsenkrebs eine wichtige Rolle. Sind die Knoten kalt, kann der Arzt eine Biopsie in Betracht ziehen. Dieser Test kann außerdem zur Feststellung einer Ausbreitung von Schilddrüsenkrebs sowie zur Nachsorge nach der Behandlung eingesetzt werden.
Patienten nach einer Schilddrüsenoperation: Bei Patienten nach einer Schilddrüsenoperation zeigt die Szintigrafie, ob nach dem Eingriff noch aktives Schilddrüsengewebe vorhanden ist, und hilft festzustellen, ob ein erneutes Tumorwachstum vorliegt. Zudem kann der Test zur Untersuchung von Metastasen eingesetzt werden, um das Ausmaß der Ausbreitung von Schilddrüsengewebe zu beurteilen. Für die Planung und Nachsorge der Behandlung nach der Operation ist diese Untersuchung von Bedeutung.
Wie wird eine Schilddrüsenszintigrafie durchgeführt?
Während dieser Untersuchung wird dem Patienten ein radioaktives Iodisotop injiziert. Anschließend bildet eine spezielle Kamera die Schilddrüse auf einem Computerbildschirm ab. Da Iod für die Produktion von Schilddrüsenhormonen benötigt wird, werden diese radioaktiven Stoffe vom Organ auf natürliche Weise aufgenommen, wodurch die Bildgebung möglich wird. Die Schritte einer Schilddrüsenszintigrafie können folgende Abschnitte umfassen:
Vorbereitungsphase: Der Patient wird darüber informiert, dass er für die angegebene Dauer vor der Untersuchung nichts essen und bestimmte Medikamente nicht einnehmen soll. In der Regel wird gebeten, Medikamente, Lebensmittel oder Kontrastmittel, die Iod enthalten, zu vermeiden. Lebensmittel mit hohem Iodgehalt können verhindern, dass die Schilddrüse den radioaktiven Stoff ausreichend aufnimmt. Bei Schwangerschaft oder Stillzeit wird eine geringe Radioaktivitätsdosis verwendet.
Verabreichung des radioaktiven Stoffes: Der Patient erhält den radioaktiven Stoff in der Regel als Injektion in eine Vene. Der verabreichte Stoff wird von der Schilddrüse aufgenommen, und diese Aufnahme wird genutzt, um die Verteilung des radioaktiven Stoffes in der Schilddrüse zu untersuchen. Damit der radioaktive Stoff die Schilddrüse erreicht und sich ausreichend ansammeln kann, wird in der Regel eine Wartezeit von etwa 20 Minuten bis einigen Stunden eingehalten.
Bildgebungsphase: Nachdem sich der radioaktive Stoff in der Schilddrüse verteilt hat, wird der Halsbereich des Patienten mit einer speziellen Gammakamera abgetastet. Diese Kamera erfasst den radioaktiven Stoff in der Schilddrüse und erstellt ein detailliertes Bild. Während der Untersuchung soll der Patient regungslos liegen bleiben, da Bewegungen die Bildqualität beeinträchtigen können. Während der Szintigrafie werden keine Schmerzen oder Beschwerden empfunden; die Kamera erfasst lediglich die Bilder, während sie auf den Halsbereich des Patienten ausgerichtet ist.
Auswertung der Ergebnisse: Nach der Aufnahme der Bilder wird untersucht, wie sich der radioaktive Stoff in der Schilddrüse verteilt. In dieser Phase werden Details bewertet, etwa ob beide Lappen der Schilddrüse Stoff aufnehmen, ob Knoten oder andere strukturelle Auffälligkeiten vorliegen und welche Bereiche Hormone produzieren. Auf Grundlage der Befunde können dem Patienten Diagnosen wie Hyperthyreose, Hypothyreose, Struma oder Knoten gestellt werden.
Wie lange dauert eine Schilddrüsenszintigrafie?
Eine Schilddrüsenszintigrafie dauert in der Regel 30 Minuten bis 1 Stunde. Der Ablauf beginnt mit der Verabreichung des radioaktiven Stoffes, und anschließend kann eine Wartezeit erforderlich sein, bis sich der Stoff ausreichend in der Schilddrüse angesammelt hat. Diese Wartezeit kann 20-30 Minuten betragen. Die Bildgebungsphase dauert in der Regel etwa 15-30 Minuten, während der Patient regungslos liegen bleiben muss. Nach Abschluss der Untersuchung kann der Patient zu seinen alltäglichen Aktivitäten zurückkehren, und besondere Vorsichtsmaßnahmen sind in der Regel nicht erforderlich.
In welchen Fällen ist eine Schilddrüsenszintigrafie notwendig?
Die Schilddrüsenszintigrafie ist ein spezielles bildgebendes Verfahren zur Untersuchung struktureller und funktioneller Störungen der Schilddrüse. Diese Untersuchung liefert wichtige Informationen für die Diagnose und Behandlung verschiedener Schilddrüsenerkrankungen. Zu den Situationen, in denen eine Schilddrüsenszintigrafie eingesetzt wird, gehören unter anderem:
Hyperthyreose (Überproduktion von Schilddrüsenhormonen): Die Hyperthyreose entsteht, wenn die Schilddrüse zu viele Schilddrüsenhormone produziert. Die Schilddrüsenszintigrafie wird eingesetzt, um zu ermitteln, welche Bereiche der Drüse übermäßig Hormone produzieren, und um die allgemeine Funktion der Schilddrüse zu beurteilen.
Schilddrüsenknoten: Schilddrüsenknoten sind kleine Gewebeveränderungen in der Schilddrüse, die warm (hormonproduzierend) oder kalt (nicht hormonproduzierend) sein können. Die Schilddrüsenszintigrafie wird durchgeführt, um den Funktionszustand dieser Knoten zu bestimmen.
Hypothyreose (unzureichende Produktion von Schilddrüsenhormonen): Die Hypothyreose ist ein Zustand, bei dem die Schilddrüse nicht ausreichend Hormone produzieren kann. Die Schilddrüsenszintigrafie kann eingesetzt werden, um strukturelle oder funktionelle Störungen zu erkennen, die eine Hypothyreose verursachen. Bereiche des Schilddrüsengewebes mit unzureichender Hormonproduktion sowie die Faktoren, die dazu führen, werden mithilfe der Szintigrafie beurteilt.
Struma (Vergrößerung der Schilddrüse): Die Struma ist eine krankhafte Vergrößerung der Schilddrüse, und zur Klärung der Ursache dieses Wachstums wird eine Schilddrüsenszintigrafie eingesetzt. Die Szintigrafie zeigt, ob die Struma diffus oder noduläre ist und wie viele Hormone die Schilddrüse produziert.
Schilddrüsenkrebs: Bei Patienten mit Verdacht auf Schilddrüsenkrebs wird die Schilddrüsenszintigrafie eingesetzt, um kalte Knoten zu erkennen, die bösartig sein können. Kalte Knoten sind in der Regel Knoten, die keine Hormone produzieren und ein Krebsrisiko bergen.
Warum wird eine Schilddrüsenszintigrafie bevorzugt?
Die Schilddrüsenszintigrafie ist ein bildgebendes Verfahren, das bei der Diagnose und Behandlung von Krebs wesentliche Vorteile bietet. Zu den Vorteilen der Schilddrüsenszintigrafie gehören unter anderem:
Bereitstellung funktioneller Informationen: Die Schilddrüsenszintigrafie zeigt deutlich, welche Bereiche der Schilddrüse mehr oder weniger aktiv sind. Durch die Unterscheidung zwischen warmen Knoten (aktiv hormonproduzierend) und kalten Knoten (nicht hormonproduzierend) helfen die Szintigrafiebefunde Ärzten, die funktionellen Störungen zu verstehen, die einer Erkrankung zugrunde liegen.
Beurteilung von Knoten: Während andere bildgebende Verfahren wie der Ultraschall Größe und Form von Schilddrüsenknoten darstellen können, zeigt die Schilddrüsenszintigrafie, ob diese Knoten funktionell aktiv sind. Kalte Knoten mit einem Krebsrisiko werden erkannt und für weiterführende Untersuchungen vorgemerkt. So lassen sich unnötige Biopsien vermeiden und eine gezieltere Diagnose stellen.
Verlaufskontrolle bei Krebs: Bei Patienten mit der Diagnose Schilddrüsenkrebs wird die Szintigrafie zur Nachsorge eingesetzt, um verbliebenes Schilddrüsengewebe nach der Operation und mögliche Metastasen (Krebsausbreitung) zu überwachen. Mit diesem Verfahren lassen sich im Körper auffällige Bereiche erkennen, die den radioaktiven Stoff speichern, und die Behandlung kann entsprechend geplant werden. Außerdem ist die Untersuchung wichtig, um nach der Behandlung zu prüfen, ob der Krebs zurückgekehrt ist.
Gezielte Behandlungsplanung: Die Schilddrüsenszintigrafie liefert wichtige Informationen, um im Behandlungsverlauf von Schilddrüsenerkrankungen den richtigen Weg festzulegen. Es lässt sich feststellen, welche Bereiche auf die Behandlung ansprechen und in welchen Bereichen Probleme bestehen, sodass die Behandlungsoptionen klarer geplant werden können. Dies ist besonders entscheidend, wenn festgelegt werden soll, ob eine Radioiodtherapie oder ein chirurgischer Eingriff notwendig ist.
Häufig gestellte Fragen
Die Schilddrüsenszintigrafie gilt aufgrund der geringen eingesetzten Menge an radioaktivem Stoff in der Regel als sicheres Verfahren. Nebenwirkungen sind selten, und Patienten können nach der Untersuchung meist ihren alltäglichen Aktivitäten nachgehen. Die bei der Schilddrüsenszintigrafie verwendete Menge an radioaktivem Stoff ist sehr gering und in der Regel unbedenklich. Die Schilddrüsenszintigrafie wird bei schwangeren Frauen und stillenden Müttern jedoch in der Regel nicht empfohlen, da radioaktive Stoffe dem Fötus oder Säugling schaden können. Vor einer Schilddrüsenszintigrafie kann es notwendig sein, bestimmte Medikamente abzusetzen, insbesondere Schilddrüsenhormonpräparate. Patienten sollten vor der Untersuchung für einen bestimmten Zeitraum auf Lebensmittel verzichten, die radioaktives Iod enthalten. Außerdem kann eine Nahrungskarenz für die vom Arzt angegebene Dauer empfohlen werden. Die Ergebnisse der Schilddrüsenszintigrafie können in der Regel am selben Tag oder innerhalb weniger Tage vorliegen. Die Aufnahmen werden von einem Facharzt für Radiologie ausgewertet und befundet. Die Untersuchung sollte nur in den Fällen durchgeführt werden, die der Arzt empfiehlt, um unnötige Strahlenbelastung zu vermeiden. Zur Verlaufskontrolle der Behandlung oder zur Beobachtung des Krankheitsverlaufs können wiederholte Untersuchungen erforderlich sein. Ein termingerecht geborenes Baby wiegt etwa 3.17 kg, ein Frühgeborenes kann etwa 2.26 kg oder weniger wiegen. Auf den Geburtszeitpunkt wirken viele verschiedene Faktoren ein. Diese können mit der Anzahl der Babys, der Krankengeschichte der Mutter und ihrem Gesundheitszustand zusammenhängen. Eine klare und eindeutige Ursache gibt es jedoch nicht. Die Schilddrüsenszintigrafie liefert detaillierte und gezielte Bilder. Dadurch können Schilddrüsenerkrankungen oder Schilddrüsenkrebs wirksamer diagnostiziert, verlaufskontrolliert und behandelt werden. Personen mit Beschwerden, die auf eine Schilddrüsenerkrankung hindeuten, können zur frühzeitigen Diagnose und Behandlung einen Termin in den endokrinologischen Sprechstunden unseres Krankenhauses vereinbaren.






