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Krankheitsratgeber

Sedef-Krankheit (Psoriasis)

Ist es möglich, die Sedef-Krankheit (Psoriasis) als chronische Erkrankung anzusehen? Die Sedef-Krankheit, im medizinischen Fachbegriff 'Psoriasis', ist eine Hauterkrankung unbekannter Ursache. Sie zeigt sich durch weiße Schuppen auf scharf begrenzten roten Hautarealen

Sedef-Krankheit (Psoriasis)

Ist es möglich, die Sedef-Krankheit als chronische Erkrankung anzusehen?

Die Sedef-Krankheit, im medizinischen Fachbegriff 'Psoriasis', ist eine Hauterkrankung unbekannter Ursache. Sie zeigt sich durch weiße Schuppen auf scharf begrenzten roten Hautarealen. Da die Farbe dieser Schuppen an Perlmutt erinnert, ist sie im Volksmund als 'Sedef'-Krankheit bekannt.

Am häufigsten tritt sie an Knien, Ellenbogen, Steißbein und der behaarten Kopfhaut auf, kann jedoch auch an anderen Körperregionen einschließlich der Nägel vorkommen. Normalerweise erneuert sich die Haut in etwa einem Monat; bei Psoriasis verkürzt sich diese Zeit auf wenige Tage, und die vermehrte Bildung abgestorbener Hautzellen führt zu dicken Plaques. Die Läsionen am Rumpf können nur wenige Millimeter groß sein, sich aber auch auf große Flächen ausbreiten, die den gesamten Rücken und die Gesäßregion umfassen. Die Erkrankung kann manchmal nur an den Handflächen und Fußsohlen auftreten. Bei Psoriasis können an den Nägeln außerdem Veränderungen wie Tüpfelnägel in Stecknadelkopfgröße, Verdickung, Aufrauung und Vergilbung auftreten.

Die Psoriasis kann durch geeignete Behandlungen unter Kontrolle gebracht werden; da sie jedoch auch nach einer Behandlung, bei der sie verschwunden ist, erneut auftreten kann, wird sie als chronische Erkrankung betrachtet.

Wie beeinflusst sie das Leben junger Menschen? Welche Auswirkungen hat sie auf ihre Psyche?

Die Erkrankung selbst steht in engem Zusammenhang mit dem psychischen Zustand. Stress ist einer der auslösenden Faktoren dieser Erkrankung und beeinflusst zugleich die Behandlung. In Phasen von Stress und Depression kann sich eine Behandlungsresistenz entwickeln; wenn Patienten sich gut und glücklich fühlen, kann die Erkrankung auch ohne Behandlung von selbst abklingen. Die Psoriasis zeigt sich auf der Haut als 'von weißer Kruste bedeckte Rötung'. Die Hautveränderungen sind für die meisten Patienten vor allem wegen ihres Erscheinungsbildes ein Problem. Obwohl die Erkrankung nicht ansteckend ist, stellt die Sichtweise der Gesellschaft für diese Patienten ein großes Problem dar, da die Läsionen an sichtbaren Stellen (wie Kopfhaut, Ellenbogen oder Knien) auftreten. Besonders bei jungen Patienten fällt dies stärker auf und kann die Lebensqualität beeinträchtigen.

Ist es eine Erkrankung, die dazu führt, die Arbeit aufzugeben oder sich vom Leben zurückzuziehen?

Auf keinen Fall. Wie bereits erwähnt, steigen bei Patienten mit gutem psychischem Befinden die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung und den Nutzen der Therapie. Bei Menschen, die sozial isoliert sind und keine Motivation haben, sinkt dagegen auch der Behandlungserfolg. Der Schweregrad der Psoriasis variiert von Person zu Person, er ist jedoch medizinisch nie so ausgeprägt, dass er die täglichen Aktivitäten beeinträchtigt oder die Berufsausübung verhindert.

Ist es möglich, damit umzugehen und die roten Flecken zu beseitigen?

Bei Psoriasis gibt es zahlreiche Behandlungsalternativen. Die geeignete Therapie hängt von Schweregrad, Dauer und Typ der Erkrankung ab. Die Erkrankung kann sowohl mit oral einzunehmenden Medikamenten als auch mit auf die Haut aufgetragenen Cremes unter Kontrolle gebracht werden. Die Haut erhält dann ein völlig normales Erscheinungsbild. Eine endgültige Heilung der Psoriasis ist jedoch derzeit noch nicht möglich.

Viele Patienten verlieren Zeit mit pflanzlichen Behandlungen, die sie zusätzlich zu oder anstelle von medizinischen Therapien anwenden. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Heute stehen uns zahlreiche Medikamente und Verfahren zur Behandlung der Psoriasis zur Verfügung. Durch eine vom Arzt entsprechend der Erkrankung und dem Zustand des Patienten angepasste Therapie wird die Erkrankung unter Kontrolle gebracht. Da bislang jedoch kein Arzneimittel gefunden wurde, das ein erneutes Auftreten im Zeitverlauf verhindert, besteht eine Tendenz zur alternativen Medizin. Diese von Nicht-Ärzten durchgeführten Behandlungen führen in der Regel zu unerwünschten Ergebnissen. An der behandelten Stelle können Hautreizungen, Infektionen sowie nach einer kurzen, vorübergehenden Besserung stärker aufflammende Läsionen auftreten. Zudem können einige oral eingenommene pflanzliche Präparate, deren Wirkung nicht bekannt ist, negative Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit haben.

Wie viele Psoriasis-Patienten gibt es in der Türkei?

Laut Daten vom Januar 2011 gibt es in der Türkei mehr als 700.000 Psoriasis-Patienten. Weltweit ist die Zahl der Patienten auf 125 Millionen gestiegen. Manche Menschen, insbesondere solche, in deren Familie Psoriasis vorkommt, sind für diese Erkrankung stärker veranlagt. Psoriasis kann auf viele verschiedene Arten auftreten.

Wie häufig tritt die Erkrankung auf?

Psoriasis ist eine häufige Hauterkrankung, von der etwa 2 % der Bevölkerung betroffen sind. Sie tritt bei Frauen und Männern nahezu gleich häufig und in jedem Lebensalter auf; besonders häufig findet man sie jedoch zwischen 15 und 35 Jahren. Da sie nicht ansteckend ist, findet keine Übertragung von Person zu Person statt. Bei veranlagten Personen lösen äußere Einflüsse wie Kratzen, Schnittverletzungen, Verbrennungen, übermäßige Sonnenexposition, extreme Kälte, Halsinfektionen, Stress, Medikamenteneinnahme oder Hautverletzungen den Beginn der Erkrankung aus. Die Hautläsionen können unerwartet auftreten und wieder verschwinden. Die Erkrankung nimmt meist im Winter zu und bessert sich in den Sommermonaten unter dem Einfluss des Sonnenlichts.

Worauf sollten Patienten achten?

Lage, Schweregrad und Dauer der Psoriasis an der Haut können bei jedem Patienten unterschiedlich sein. Klären Sie Fragen zu Ihrer Erkrankung unbedingt mit Ihrem Arzt. Informieren Sie Ihren Arzt bitte unbedingt, bevor Sie mit der Behandlung beginnen, wenn bei Ihnen eine Schwangerschaft, Stillzeit oder Medikamenteneinnahme vorliegt. Bei Psoriasis muss ein Austrocknen der Haut verhindert werden. Außerdem werden verschiedene Cremes und Salben gegen Rötungen und verdickte Stellen angewendet. Zur Linderung des Juckreizes können oral einzunehmende Tabletten ebenfalls unterstützend wirken. Zudem sollten Behandlungen eingesetzt werden, die auf die Ursachen einer Verschlimmerung der Erkrankung abzielen. Bei ausgedehnten Befunden erzielen auch stärkere Medikamente und die Fototherapie, also spezielle Lampen, die Sonnenlicht abstrahlen, gute Ergebnisse. Es ist sehr wichtig, die vom Dermatologen empfohlenen Behandlungen wie verordnet und über den vorgesehenen Zeitraum anzuwenden, damit Nebenwirkungen durch Medikamente vermieden werden. Patienten sollten ihre Selbstbehandlung nicht eigenmächtig verändern und keinesfalls Medikamente einnehmen, deren Inhalt sie nicht kennen und deren Wirksamkeit nicht nachgewiesen ist. Da die Stresskontrolle bei Psoriasis sehr wichtig ist, kann hierzu professionelle Unterstützung in Anspruch genommen werden. Die Teilnahme an Gruppenschulungen, die den Kontakt zu anderen Psoriasis-Patienten erleichtern, ist sehr hilfreich. Da diese Erkrankung nichts mit Nahrungsmitteln zu tun hat, wird keine spezielle Diät empfohlen.

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