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Krankheitsratgeber

Was ist eine Uterusverwachsung (Asherman-Syndrom)? Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Was ist eine Uterusverwachsung (Asherman-Syndrom)? Welche Behandlungsmethoden gibt es? Wir haben mit den Fachärzten für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Hisar Hospital Intercontinental gesprochen... Eine Uterusverwachsung ist eine Erkrankung, bei der infolge von im Gebärmutterinneren entstehenden Verwachsungen, sogenannten Synechien, der Gebärmutterhohlraum teilweise oder vollständig verschlossen ist...

Was ist eine Uterusverwachsung (Asherman-Syndrom)? Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Was ist eine Uterusverwachsung (Asherman-Syndrom)? Welche Behandlungsmethoden gibt es? Wir haben mit den Fachärzten für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Hisar Hospital Intercontinental gesprochen...

Eine Uterusverwachsung ist eine Erkrankung, bei der der Gebärmutterhohlraum infolge von im Gebärmutterinneren entstehenden Verwachsungen, sogenannten Synechien, teilweise oder vollständig verschlossen ist. Sie kann zu Menstruationsstörungen, Unfruchtbarkeit oder wiederholtem Schwangerschaftsverlust führen. Sie wurde erstmals 1948 von Joseph Asherman beschrieben.

Im normalen Menstruationszyklus wird im Bereich der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) jeden Monat das Nest für die Einnistung einer Schwangerschaft vorbereitet. Durch die Wirkung der Hormone Östrogen und Progesteron, die von den in den Eierstöcken heranreifenden Eizellen ausgeschüttet werden, wird die Gebärmutter jeden Monat auf eine Schwangerschaft vorbereitet. Kommt es nicht zu einer Schwangerschaft, wird diese vorbereitete Schleimhaut mit der Menstruation abgestoßen. Durch diese Verwachsungen im Gebärmutterinneren kann leider weder der Menstruationszyklus regelmäßig verlaufen, noch entsteht, da die Schleimhaut nicht ausreichend aufgebaut werden kann, eine günstige Umgebung für das Einnisten oder den ungestörten Verlauf einer Schwangerschaft. Daher treten Menstruationsstörungen oder Schwangerschaftsprobleme auf.

Wie entstehen Verwachsungen in der Gebärmutter?

Wenn bestimmte chirurgische Eingriffe am oder im Uterus, Operationen oder durchgemachte Infektionen die tiefe Schicht betreffen, die für die Regeneration des Gebärmutterinneren verantwortlich ist, bilden sich bei der Reparatur des Schadens einige Narbenschichten. Diese Schichten können an verschiedenen Stellen im Gebärmutterinneren Verwachsungen, sogenannte Synechien, verursachen.

Das Risiko für Verwachsungen steigt insbesondere nach scharfen Kürettagen bei Geburten oder Fehlgeburten. Teils ist das Risiko noch höher, wenn nach einem Verbleib von Gewebe im Inneren erneut ein Eingriff durchgeführt wird.

Eine Infektion der Gebärmutter während oder nach einem Eingriff ist ein weiterer Risikofaktor. Insbesondere bei nicht unter sachgemäßen und sterilen Bedingungen durchgeführten Kürettagen sowie nach bestimmten im Volksmund angewandten Methoden, um selbst eine Fehlgeburt herbeizuführen, kann sich eine Infektion in der Gebärmutter entwickeln. Wird diese Infektion nicht frühzeitig diagnostiziert und behandelt, heilt sie mit großer Wahrscheinlichkeit unter Bildung von Verwachsungen aus.

Außerdem sind Operationen zur Entfernung von Myomen aus der Gebärmutter, eine Infektion während der Anwendung einer Spirale und hysteroskopische Operationen aufgrund von Fehlbildungen der Gebärmutter weitere Ursachen, die Verwachsungen in der Gebärmutter verursachen können. Selten kann auch eine Tuberkulose-Infektion, die über das Blut aus der Lunge in die Gebärmutter gelangt, Verwachsungen verursachen.

Welche Symptome treten auf?

Am häufigsten zeigen sich Probleme mit der Menstruation. Die Menstruationsblutung kann ganz ausbleiben, nur in geringer Menge auftreten oder schmerzhaft sein. Diese Symptome können je nach Lage und Ausprägung der Verwachsungen in der Gebärmutter variieren.

Der zweithäufigste Vorstellungsgrund ist das Unvermögen, Kinder zu bekommen, also Infertilität (Unfruchtbarkeit). Verwachsungen in der Gebärmutter können sowohl den Durchgang der Spermien stören als auch, aufgrund von Unregelmäßigkeiten in der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), das Einnisten des Embryos in der Gebärmutter verhindern.

Bei manchen Patientinnen können sie nach einer eingetretenen Schwangerschaft eine Reihe von Problemen verursachen. Sie können den Verlauf der Schwangerschaft stören und zu wiederholten Fehlgeburten führen. Bei weiter fortgeschrittenen Schwangerschaften können sie zu risikoreichen Schwangerschaften führen, bei denen die Plazenta an der inneren Schicht der Gebärmutter haftet.

Wie wird es diagnostiziert?

Verwachsungen in der Gebärmutter werden bei der routinemäßigen Ultraschalluntersuchung nicht immer erkannt. Bei Verdacht können jedoch eine Verdünnung und Unregelmäßigkeiten der Gebärmutterschleimhaut sowie in einigen Bereichen ein Glanz sichtbar sein. Die Sonohysterographie, bei der Wasser in die Gebärmutter eingebracht wird, kann uns besser weiterhelfen.

Die endgültige Diagnose wird jedoch mittels Hysterosalpingografie gestellt. Auf dem Film zeigen sich im Bereich, der sich mit einem röntgendichten Kontrastmittel füllen sollte, Füllungsdefekte und Unregelmäßigkeiten. Die Hysterosalpingografie gibt uns auch Auskunft über den Schweregrad der Verwachsung und darüber, ob die Eileiter durchgängig sind.

Bei der Hysteroskopie, bei der das Gebärmutterinnere mit einem Kamerasystem betrachtet wird, kann sowohl die Diagnose gestellt als auch die Behandlung der Verwachsungen durchgeführt werden.

Wie werden Verwachsungen in der Gebärmutter klassifiziert?

Verwachsungen in der Gebärmutter können von leichten, filmartigen Verwachsungen bis zu dichten, festen Verwachsungen reichen. Sie können nach dem von ihnen eingenommenen Bereich in der Gebärmutter und ihrer Dichte wie folgt klassifiziert werden (March-Klassifikation):

Klasse

Leicht

Im weniger als ¼ des Gebärmutterhohlraums befinden sich filmartige, weiche Verwachsungen. Die Eileitermündungen und der obere Bereich des Gebärmutterhohlraums sind frei.

Mittel

Im ¼ bis ¾ des Gebärmutterhohlraums befinden sich Verwachsungen. Der obere Bereich des Gebärmutterhohlraums und die Eileitermündungen sind teilweise verschlossen.

Schwer

In mehr als ¾ des Gebärmutterhohlraums befinden sich härtere, dichte Verwachsungen. Die Eileitermündungen und der obere Teil des Gebärmutterhohlraums sind vollständig verschlossen.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Die wirksamste Methode zur Beseitigung von Verwachsungen in der Gebärmutter ist die Hysteroskopie. Bei leichten Verwachsungen kann sie auch in der Praxis durchgeführt werden, bei mittleren oder schweren Verwachsungen muss sie hingegen unter Narkose im Operationssaal erfolgen. Mit Hilfe eines Endoskops, das über die Scheide in die Gebärmutter eingeführt wird, wird das Gebärmutterinnere betrachtet. Art und Dichte der Verwachsungen werden bestimmt. Anschließend wird versucht, die Verwachsungen mit geeigneten Instrumenten zu entfernen. Ziel ist es, den Gebärmutterinnenraum auf eine ausreichende Weite zu bringen und den Weg zu den Eileitern offen zu halten.

Wenn während des Eingriffs Risikosituationen vermutet werden oder sehr dichte Verwachsungen vorliegen, kann es erforderlich sein, die Verwachsungen mittels Hysteroskopie unter laparoskopischer Kontrolle durch die Bauchdecke zu beseitigen.

Was ist nach der Behandlung zu beachten?

Nach der Behandlung werden verschiedene Maßnahmen ergriffen, damit keine erneuten Verwachsungen entstehen. Dazu gehören das Einlegen einer Spirale in die Gebärmutter und die anschließende Hormontherapie über einige Monate. Außerdem können nach dem Eingriff in die Gebärmutter eingebrachte verwachsungsverhindernde Gele verwendet werden. Dennoch sollte man sich bewusst sein, dass trotz dieser Maßnahmen erneute Verwachsungen auftreten können.

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