
Was ist vorzeitige Pubertät?
Die Pubertät ist die Entwicklungsphase, in der die sexuelle Reifung und das Wachstum abgeschlossen werden und dadurch die Fortpflanzungsfähigkeit erlangt wird; sie ist durch psychologische Veränderungen gekennzeichnet. Von einer vorzeitigen Pubertät spricht man, wenn pubertäre Merkmale bei Mädchen vor dem achten und bei Jungen vor dem neunten Lebensjahr auftreten. Pubertätszeichen werden bei Mädchen als Brustwachstum, bei Jungen als Wachstum der Hoden und des Penis sowie bei beiden Geschlechtern als Behaarung der Genitalien und der Achselhöhlen definiert.
Ist jede Brustvergrößerung ein Zeichen für vorzeitige Pubertät?
Zu den Ursachen für Brustwachstum bei Mädchen zählen die Einnahme von Östrogen enthaltenden Arzneimitteln;
die Exposition gegenüber Pflanzen mit östrogenähnlicher Wirkung (Soja, Gewürznelke, Lavendel, Henna, Süßholz u. a.) oder gegenüber endokrinen Disruptoren (Pestizide, Diogsin u. a.) zählen. Bei einigen übergewichtigen oder fettleibigen Mädchen kann es zu Fettansammlungen in der Brust kommen. Darüber hinaus können östrogenproduzierende Zysten oder bösartige Tumoren, also Ovarial- oder Nebennierentumoren, bei beiden Geschlechtern ebenfalls zu Brustwachstum führen. Eine verminderte Hormonsekretion der Schilddrüse (Hypothyreose) kann bei Mädchen ebenfalls zu Brustwachstum und/oder Menstruation führen. Bei Jungen kann eine Hypothyreose dagegen ein Hodenwachstum verursachen.
Ist jede Genitalbehaarung ein Zeichen für vorzeitige Pubertät?
Genitalbehaarung kann bei Mädchen nach dem achten und bei Jungen nach dem neunten Lebensjahr auftreten. Jedoch kann Genitalbehaarung auch durch die Anwendung von Arzneimitteln mit männlichem Geschlechtshormon (Androgen) (Tabletten, Cremes u. a.) sowie bei Erkrankungen wie androgenproduzierenden Tumoren, kongenitaler adrenaler Hyperplasie oder Cushing-Syndrom auftreten.
Wie wird vorzeitige Pubertät diagnostiziert?
Zunächst sollten Körpergröße und Gewicht der Kinder gemessen und die Kinder untersucht werden. Anschließend werden Laboruntersuchungen (Hormonbestimmungen) durchgeführt und zur Bestimmung des Knochenalters ein Handröntgenbild angefertigt. Danach werden mittels Ultraschall bei Mädchen die Größe von Uterus und Ovarien bestimmt. Bei Jungen mit asymmetrischem Hodenwachstum sollte eine skrotale Sonographie durchgeführt werden. Bei allen Jungen mit anhand der Untersuchungsergebnisse gesicherter Diagnose einer zentralen vorzeitigen Pubertät sowie bei Mädchen unter sieben Jahren werden außerdem Bildgebungen von Gehirn und Hypophyse durchgeführt.
Wie wird vorzeitige Pubertät behandelt?
Bei der zentralen vorzeitigen Pubertät wird eine Suppressionstherapie der für die Pubertät verantwortlichen Hormone luteinisierendes Hormon (LH) und follikelstimulierendes Hormon (FSH) durchgeführt. Hierfür werden Loprolidacetat oder Triptorelinacetat im Abstand von 28 Tagen oder in dreimonatigem Abstand intramuskulär injiziert.
Häufig gestellte Fragen zur vorzeitigen Pubertät
Die Pubertät ist eine Entwicklungsphase, in der die sexuelle Reifung abgeschlossen wird und die Fortpflanzungsfähigkeit erlangt wird. Von einer vorzeitigen Pubertät spricht man, wenn bei Mädchen vor dem 8. und bei Jungen vor dem 9. Lebensjahr Pubertätszeichen auftreten. Nein. Brustwachstum kann durch Östrogen enthaltende Arzneimittel, östrogenähnlich wirkende Pflanzen (Soja, Lavendel, Süßholz u. a.) oder durch Exposition gegenüber endokrinen Disruptoren entstehen. Auch bei übergewichtigen Kindern kann aufgrund von Fettansammlungen Brustwachstum auftreten. Da jedoch auch Hormonstörungen, Zysten oder Tumoren dies verursachen können, sollte ein Facharzt konsultiert werden. Zur Diagnose werden zunächst Körpergröße und Gewicht gemessen und eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Anschließend kommen Hormontests, ein Handröntgenbild zur Bestimmung des Knochenalters und bildgebende Verfahren wie Ultraschall zum Einsatz. Bei Jungen mit asymmetrischem Hodenwachstum oder bei Mädchen unter 7 Jahren mit Verdacht auf vorzeitige Pubertät kann zusätzlich eine Bildgebung von Gehirn und Hypophyse erforderlich sein. Pubertätszeichen sind manchmal schwer zu erkennen und können unterschiedliche Ursachen haben. Daher lässt sich dies durch aufmerksame Beobachtung durch die Eltern, eine richtige fachärztliche Überweisung und einen geeigneten Behandlungsverlauf gut steuern.
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