Chirurgische Onkologie
Was ist chirurgische Onkologie (Krebschirurgie)?
Krebs wird als unkontrollierte, abnorme Zellteilung definiert. Diese abnormen Zellen schließen sich zu einem Tumor zusammen. Nicht jeder Tumor bedeutet Krebs. Man unterscheidet gutartige und bösartige Tumoren. Beide Arten können in jedem Bereich des Körpers entstehen. Doch nur bösartige Tumoren bilden Metastasen (Absiedlungen) in anderen Bereichen und werden als Krebs bezeichnet. Eine endgültige Heilung von Krebs gibt es bis heute nicht. Da sich der technologische Fortschritt jedoch auch im Gesundheitswesen niederschlägt, wird kontinuierlich an der Entwicklung und Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten gearbeitet. Heute gibt es mehrere Möglichkeiten der Krebsbehandlung. Dazu gehören:
Strahlentherapie
Chemotherapie
Hormontherapie
Immuntherapie
Knochenmarktransplantation
Zielgerichtete Therapie und
Chirurgische Onkologie
Die chirurgische Onkologie ist eine der Erstlinienbehandlungen bei Krebs. Die sehr häufig eingesetzte Chemo- und Strahlentherapie entstand im vergangenen Jahrhundert, die Chirurgie reicht dagegen viel weiter zurück. Die chirurgische Onkologie kann bei allen Krebsarten eingesetzt werden. Dabei wird der Tumor mithilfe chirurgischer Methoden und Techniken aus dem Körper entfernt. Eine chirurgische Behandlung ist in jedem Krebsstadium möglich. Je größer der Tumor wird und je weiter er sich ausbreitet, desto schwieriger kann die Operation jedoch werden, oder es werden vorab Behandlungen zur Verkleinerung des Tumors durchgeführt. In folgenden Situationen kommen Sie möglicherweise für eine chirurgisch-onkologische Behandlung infrage:
Zur Vorbeugung, wenn bei Ihnen ein Risiko besteht, in einem bestimmten Körperbereich an Krebs zu erkranken
Zur Entfernung eines Bereichs, der sich vor oder nach einer Krebserkrankung zu Krebs entwickeln könnte
Bei fortgeschrittenen und komplexen Krebsarten kann eine Operation schwierig sein. Daher sollten Sie sicherstellen, dass die von Ihnen gewählte Gesundheitseinrichtung über erfahrene Fachärzte verfügt. Bei der Untersuchung können Sie Ihren Arzt nach den Vor- und Nachteilen der Behandlungsmethoden fragen und Ihre Bedenken äußern. Ihr Arzt erstellt einen Behandlungsplan unter Berücksichtigung von Größe und Art des Tumors, Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand und Ihrer genetischen Veranlagung. Dabei wird auch Ihre Operationsfähigkeit beurteilt. Während der Behandlung arbeiten Sie möglicherweise neben Ihrem Arzt mit mehreren weiteren Fachkräften zusammen.
Wozu wird die chirurgische Onkologie (Krebschirurgie) durchgeführt?
Die chirurgische Onkologie ist eine Form der Krebsbehandlung. Ihr Hauptziel ist die Entfernung von Krebsgewebe aus dem Körper mit chirurgischen Methoden. Sie kann aber auch aus anderen Gründen eingesetzt werden. Die Ziele der chirurgischen Onkologie sind:
Krebs vorbeugen: Besteht in einem Körperbereich das Risiko einer Erkrankung, möchte der Onkologe dies verhindern, bevor sie entsteht. Dazu kann eine chirurgisch-onkologische Behandlung durchgeführt werden. Sie kann zum Beispiel bei einer ausgeprägten familiären Vorbelastung mit Brustkrebs oder bei Mutationen in mit Brustkrebs verbundenen Genen in Betracht kommen. Eine Brust, die mit hoher Wahrscheinlichkeit an Krebs erkranken könnte, kann operativ entfernt werden.
Diagnose stellen: Mit bildgebenden Verfahren lässt sich nicht sicher feststellen, ob eine im Körper sichtbare Raumforderung Krebsgewebe ist. Um zu klären, ob der Tumor gutartig oder bösartig ist, wird ein Gewebestück entnommen. Dieses wird im Labor untersucht, um festzustellen, ob es Krebszellen enthält. Dieser Eingriff wird auch Biopsie genannt.
Ausmaß der Krebserkrankung bestimmen: Nach der Krebsdiagnose stellt sich meist sofort die Frage, in welchem Stadium sich die Erkrankung befindet und wie ernst sie ist. Um dies zu klären, werden die Größe des Tumors sowie eine mögliche Ausbreitung auf Lymphknoten oder andere Bereiche und gegebenenfalls deren Umfang überprüft.
Bei welchen Erkrankungen wird die chirurgische Onkologie (Krebschirurgie) eingesetzt?
Die chirurgische Onkologie ist nicht bei jeder Krebsart möglich. Für viele ist sie jedoch eine wirksame Behandlungsoption.
Allgemeinchirurgie
Sie umfasst Erkrankungen in praktisch allen Körperbereichen, die Kopf und Hals, Verdauungssystem, Brust, Haut, Weichgewebe sowie das endokrine und das Gefäßsystem betreffen. Zu den Aufgaben des Allgemeinchirurgen gehören die Diagnose der Krebserkrankung, die Stadieneinteilung und die Bestimmung ihrer Ausbreitung. Bei Bedarf führt er auch vorbeugende Operationen durch.
Thoraxchirurgie
Die Thoraxchirurgie umfasst alle Operationen im Brustkorbbereich. Krebsgewebe in Herz, Lunge, Speiseröhre, Luftröhre (Trachea), Zwerchfell und Brustwand (Bereich aus Brustbein und umgebender Muskulatur) fällt in das Gebiet der Thoraxchirurgie. Da sich in diesem Bereich viele lebenswichtige Organe befinden, sind viele thoraxchirurgische Eingriffe schwerwiegend. In der Thoraxchirurgie können sowohl offene als auch geschlossene (minimalinvasive) Verfahren angewendet werden.
Gynäkologische Onkologie
Die gynäkologische Onkologie umfasst die Strukturen und Organe des weiblichen Beckens. Gebärmutter, Eierstöcke, Gebärmutterhals, Eileiter, Vagina und Vulva gehören dazu. Jede Frau hat ein Risiko für gynäkologische Krebserkrankungen, und dieses Risiko steigt mit dem Alter. Eine Früherkennung kann die Wirksamkeit der Behandlung erhöhen.
HNO-Onkologie
Die HNO-Onkologie (Hals-Nasen-Ohren) wird auch als Kopf-Hals-Onkologie bezeichnet. Sie umfasst Krebsgewebe in jedem Bereich von Kopf und Hals mit Ausnahme von Gehirn und Augen. Krebs kann in den Nasennebenhöhlen, in oder hinter der Nase, im Mund, im Kehlkopf oder in den Speicheldrüsen entstehen.
Neuroonkologie
Tumoren des Gehirns und der Nerven, Metastasen im Nervensystem und Tumoren des Rückenmarks fallen in diese Kategorie. Wie bei anderen Krebsarten wird ein multidisziplinärer Behandlungsplan angewendet. Dank neuer Methoden und Geräte, die durch den technologischen Fortschritt entstanden sind, hat die Neuroonkologie kleine, aber deutliche Verbesserungen bei den Überlebenschancen erzielt.
Onkologische Kopf-Hals-Chirurgie
Hierbei handelt es sich um Krebserkrankungen, die im Kopf-Hals-Bereich ihren Ursprung haben. Sie können gutartige und bösartige Tumoren der Speicheldrüsen, der Mundhöhle, des Rachens, des Kehlkopfs sowie der Schilddrüse und Nebenschilddrüsen umfassen. Auch wenn die genaue Ursache dieser Krebsarten nicht vollständig bekannt ist, trägt das Rauchen wesentlich zu Krebserkrankungen in dieser Region bei.
Orthopädische Onkologie
Sie umfasst Sarkome, Tumoren in Knochen oder Weichgewebe sowie Krebszellen, die in einem anderen Körperbereich entstehen und in den Knochen metastasieren.
Chirurgie des Verdauungssystems
Sie umfasst Krebserkrankungen der Strukturen und Organe des Verdauungssystems und der Bauchhöhle wie Bauchspeicheldrüse, Zwölffingerdarm, Leber, Gallenblase, Dickdarm und Mastdarm.
Urologische Onkologie
Sie umfasst die Harnwege von Männern und Frauen sowie die männlichen Fortpflanzungsorgane wie Nieren, Blase, Prostata, Penis und Hoden.
Wann kann keine chirurgische Onkologie durchgeführt werden?
Die chirurgische Onkologie ist nicht für jeden Patienten und nicht für jede Krebsart geeignet. Jede Methode birgt gewisse Risiken und Nebenwirkungen, und manche Nebenwirkungen können in bestimmten Gruppen häufiger auftreten. Aus diesen Gründen wird die Krebsbehandlung individuell geplant. Im Verlauf Ihrer Behandlung entscheidet Ihr Arzt, ob eine chirurgisch-onkologische Behandlung notwendig ist und in welchen Fällen sie angewendet werden kann. Bei der Planung Ihrer Behandlung kann Ihr Arzt Folgendes berücksichtigen:
Die Art der Krebserkrankung
Die Größe des Krebsgewebes
Ob der Krebs Metastasen gebildet hat
In welchem Körperbereich sich das Krebsgewebe befindet
Ihr allgemeiner Gesundheitszustand
Unsere Technologien in der chirurgischen Onkologie
In der chirurgischen Onkologie gibt es zwei Hauptverfahren: die offene Chirurgie und die minimalinvasive Chirurgie. Die übrigen Methoden sind Unterformen dieser beiden Hauptverfahren. Die offene Chirurgie ist die herkömmliche Operation, bei der der zu behandelnde Bereich über einen großen Schnitt vollständig geöffnet wird. Nachteile wie eine lange Genesungszeit und ein höheres Komplikationsrisiko machten jedoch ein neues Verfahren notwendig. Aus diesen Nachteilen heraus entstand die minimalinvasive Behandlung. Sie wird auch als geschlossene Operation bezeichnet. Zu den minimalinvasiven Operationstechniken gehören:
Laparoskopie: Der Chirurg setzt zunächst einige kleine Schnitte über dem zu behandelnden Bereich. Anschließend führt er durch einen der Schnitte einen dünnen Schlauch mit einer Kamera an der Spitze (Laparoskop) ein und gelangt so zum Tumor. Durch die anderen Schnitte werden verschiedene chirurgische Instrumente eingeführt, die bei der Entfernung der Tumorzellen helfen. Sie gehört zu den am häufigsten gewählten minimalinvasiven Verfahren.
Lasertherapie: Dabei wird ein hochintensiver Lichtstrahl zur Entfernung des Tumors eingesetzt.
Kryochirurgie: Ein Behandlungsverfahren, bei dem Krebsgewebe durch Vereisung zerstört wird. Dazu wird flüssiger Stickstoff verwendet.
Robotergestützte Chirurgie: Sie ähnelt stark der laparoskopischen Chirurgie. Im Unterschied zur Laparoskopie werden jedoch anstelle handgeführter Instrumente computergesteuerte Operationsarme verwendet.
Hisar Hospital Intercontinental ist ein Krankenhaus, das seine Leistungen nach JCI-Standards erbringt. Wie in allen Abteilungen setzt es auch in der chirurgischen Onkologie zugelassene Technologien ein. Dank seines patienten- und umweltfreundlichen Narkosegeräts kann vor dem Eingriff eine Niedrigfluss-Anästhesie durchgeführt werden. Das bei empfindlichen Gehirn- und Nervenoperationen eingesetzte Operationsmikroskop schützt den Patienten vor dem Risiko einer Lähmung. Mit dem hochauflösenden Endoskopiesystem, das Bilder in HD-Qualität liefert, lassen sich Krebserkrankungen des Verdauungssystems im Frühstadium erkennen.
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Da-Vinci-Roboterchirurgie
Das Da-Vinci-Roboterchirurgiesystem gehört zu den Geräten, die bei minimalinvasiven Behandlungen eingesetzt werden. Seine Verwendung in der laparoskopischen Chirurgie wurde im Jahr 2000 von der FDA (US-amerikanische Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde) zugelassen. Das Da-Vinci-Roboterchirurgiesystem verfügt über:
eine benutzerfreundliche und funktionale Chirurgenkonsole,
ein hochwertiges Sichtsystem,
Arme, die dem menschlichen Arm ähneln, aber eine weitaus größere Bewegungsfreiheit haben, und
einen Patientenwagen mit vier interaktiven Roboterarmen.
Dank dieses Systems werden menschliche Fehler insbesondere bei riskanten Operationen vermieden. Die computergesteuerten Roboterarme machen diese Chirurgie bei Eingriffen, die Geschicklichkeit und Präzision erfordern, unverzichtbar. Zudem können statt großer, langer Schnitte kurze Schnitte von 1–2 cm gesetzt werden. So lassen sich komplexe und präzisionsbedürftige Eingriffe genau durchführen.
Der Web- und medizinische Redaktionsbeirat des Hisar Hospital hat an der Erstellung dieses Inhalts mitgewirkt. Alle Inhalte dieser Website dienen ausschließlich der allgemeinen Information. Bitte wenden Sie sich zur Beurteilung, Diagnose und Behandlung Ihrer Beschwerden an einen Arzt.
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