Wirbelsäulenerkrankungen (Zervikale Spondylose)
Die zervikale Spondylose ist eine altersbedingte Erkrankung, bei der die Gelenke des Halses durch wiederholte geringfügige Traumen betroffen sind. Sie tritt meist bei Menschen über 40 Jahren auf und schreitet mit dem Alter fort…
Über die Fachabteilung
Umfang, Ansatz und wichtigste Leistungen der Abteilung.
Die zervikale Spondylose ist eine Erkrankung, die auch als zervikale Osteoarthrose bekannt ist. Sie betrifft altersbedingt die Gelenke des Halses infolge wiederholter geringfügiger Traumen, tritt meist bei Menschen über 40 Jahren auf und schreitet mit dem Alter fort. Besonders betroffen sind die Bereiche der Halswirbelsäule (Nackenwirbel), die am beweglichsten sind ( C4-C5, C5-C6, C6-C7 ). Beide Geschlechter sind gleichermaßen betroffen, jedoch tritt sie bei Männern im Vergleich zu Frauen in einer früheren Altersgruppe auf. Mit zunehmendem Alter unterliegen die Knochen und Knorpel, die unsere Rücken- und Halswirbelsäule bilden, einer fortschreitenden Degeneration, und manchmal entstehen daraus unregelmäßige knöcherne Auswüchse, sogenannte Osteophyten. Dieser Befund wird bei vielen Menschen in bildgebenden Untersuchungen festgestellt, verursacht jedoch manchmal keinerlei Beschwerden. Bei der zervikalen Spondylose führt die Kompression eines oder mehrerer Nerven, die aus dem zervikalen Rückenmark austreten, zum Auftreten des als Radikulopathie bezeichneten Krankheitsbildes. Die knöchernen Auswüchse, die Osteophyten genannt werden, führen zu einer Verengung des Wirbelkanals und setzen das Rückenmark einer Kompression aus. Daraus kann eine als Myelopathie bezeichnete Schädigung des Rückenmarks entstehen. Traumen wie Stürze aus großer Höhe und Verkehrsunfälle können bei zuvor symptomlosen Fällen einer zervikalen Spondylose plötzlich die Rückenmarksschädigung verstärken.
Befunde:
- Verspannter und schmerzhafter Nacken
- Schulter- und Armschmerzen
- Taubheit und Kribbeln in den Armen, Händen, Beinen und Füßen
- Schwäche in den Armen, Händen, Beinen und Füßen
- Koordinationsverlust
- Gehschwierigkeiten
- Pathologische tiefe Sehnenreflexe
- Harn- und Stuhlinkontinenz oder Harnverhalt
Risikofaktoren:
- Alterungsprozess
- Wiederholte geringfügige Traumen
- Erlittenes schweres Trauma (Verkehrsunfall, Sturz aus großer Höhe)
Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
- Wenn trotz der eingenommenen Schmerzmittelbehandlung keine Besserung der Schmerzen eintritt
- Wenn sich die Schmerzen allmählich verschlimmern
- Wenn Taubheit und Schwäche in den Armen und Beinen auftreten
Diagnose: Die Diagnose der Erkrankung wird nach Erhebung der Beschwerden und der Anamnese mithilfe der neurologischen Untersuchung und der daraufhin angeforderten bildgebenden Verfahren gestellt. Um festzustellen, ob das Rückenmark und die Nervenwurzeln komprimiert sind, müssen die Reflexe, die Muskelkraft der Arme und Beine sowie die Sensibilitätsprüfungen durchgeführt werden. Die zervikale Spondylose kann außerdem zu einer Einschränkung der Halsbewegungen führen, was bei der Untersuchung festgestellt werden kann. Von den bildgebenden Untersuchungen können eine zervikale Röntgenaufnahme (Direktgrafie), eine zervikale Computertomographie (CT) und eine zervikale Magnetresonanztomographie (MRT) angefordert werden; anhand der dabei festgestellten knöchernen Auswüchse, der Kompression von Rückenmark und Nervenwurzeln oder der Bandscheibenvorfälle zwischen den Wirbeln kann die Diagnose gestellt werden.
Therapie: Je nach Schweregrad des klinischen Zustands der Patienten wird eine nicht-operative (medikamentös-konservative) Behandlung oder eine operative Therapie bevorzugt.
Nicht-operative Behandlung:
- Das Tragen einer Halskrause schränkt die Halsbewegungen ein und verringert die Nervenreizung
- Einnahme von Schmerzmitteln (insbesondere nicht-steroidale Antiphlogistika)
- Kräftigende Übungen für die Halsmuskulatur und Physiotherapie
- Einnahme von Muskelrelaxantien
- Injektion von Kortikosteroiden und Lokalanästhetika in die Gelenke zwischen den Wirbeln (Facettengelenke)
Operative Behandlung: Wenn konservative medikamentöse Behandlungen nicht wirken, die Nackenschmerzen des Patienten nicht abklingen oder sich die neurologischen Befunde weiter verschlechtern, wird ein operativer Eingriff in Betracht gezogen. Der durchzuführende operative Eingriff richtet sich nach der dem aktuellen Zustand des Patienten zugrunde liegenden Pathologie. Am häufigsten angewandte operative Zugangswege sind der anteriore (von vorne) und der posteriore (von hinten) Zugang.
Anteriorer Zugang: Über einen Schnitt an der Vorderseite des Halses werden Speiseröhre (Ösophagus) und Luftröhre (Trachea) zur Seite gehalten, um die Halswirbel zu erreichen. Dabei entfernt der Chirurg je nach zugrunde liegender Pathologie den vorgefallenen Bandscheibenanteil oder die knöchernen Auswüchse zwischen den Wirbeln. Bei diesem Zugang werden zur Entlastung der Kompression des Rückenmarks zwei Bandscheiben und der dazwischenliegende Wirbel entfernt (Korpektomie). Der dabei entstehende Hohlraum kann durch ein Implantat (Korpektomie-Cage) oder durch einen Knochenspan aus dem eigenen Körper des Patienten oder einen künstlichen Knochenersatz gestützt werden.
Posteriorer Zugang: Dieser Zugang beruht auf dem Prinzip, die Engstellen des Wirbelkanals, die sich über eine oder mehrere Etagen erstrecken, durch Entfernung der hinteren Elemente zu beseitigen und so den Wirbelkanal zu entlasten (Laminektomie).
Falls es erforderlich ist, wird nach Entfernung der hinteren Elemente eine posteriore Stabilisierung mit Titanschrauben durchgeführt, um die Stabilität der Wirbelsäule zu erhalten.
Risiken der Operation: Nach derartigen operativen Eingriffen können Probleme wie Infektionen, Komplikationen durch Blutungen während und nach der Operation, ein Austritt von Liquor (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) infolge einer Verletzung der das Rückenmark umgebenden Hirnhaut (Dura) während der Operation, eine tiefe Venenthrombose, die sich durch längere Bettlägerigkeit des Patienten nach der Operation entwickeln kann, sowie daraus resultierende Komplikationen auftreten.
Die zervikale Spondylose ist eine Erkrankung, die auch als zervikale Osteoarthrose bekannt ist. Sie betrifft altersbedingt die Gelenke des Halses infolge wiederholter geringfügiger Traumen, tritt meist bei Menschen über 40 Jahren auf und schreitet mit dem Alter fort. Besonders betroffen sind die Bereiche der Halswirbelsäule (Nackenwirbel), die am beweglichsten sind ( C4-C5, C5-C6, C6-C7 ). Beide Geschlechter sind gleichermaßen betroffen, jedoch tritt sie bei Männern im Vergleich zu Frauen in einer früheren Altersgruppe auf. Mit zunehmendem Alter unterliegen die Knochen und Knorpel, die unsere Rücken- und Halswirbelsäule bilden, einer fortschreitenden Degeneration, und manchmal entstehen daraus unregelmäßige knöcherne Auswüchse, sogenannte Osteophyten. Dieser Befund wird bei vielen Menschen in bildgebenden Untersuchungen festgestellt, verursacht jedoch manchmal keinerlei Beschwerden. Bei der zervikalen Spondylose führt die Kompression eines oder mehrerer Nerven, die aus dem zervikalen Rückenmark austreten, zum Auftreten des als Radikulopathie bezeichneten Krankheitsbildes. Die knöchernen Auswüchse, die Osteophyten genannt werden, führen zu einer Verengung des Wirbelkanals und setzen das Rückenmark einer Kompression aus. Daraus kann eine als Myelopathie bezeichnete Schädigung des Rückenmarks entstehen. Traumen wie Stürze aus großer Höhe und Verkehrsunfälle können bei zuvor symptomlosen Fällen einer zervikalen Spondylose plötzlich die Rückenmarksschädigung verstärken.
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Web- und medizinischer RedaktionsbeiratVon einem Facharzt geprüft
Doz. Dr. S. Hilmi AksoyInterventionelle RadiologiePrüfdatum: 02. November 2026Kontakt
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