
Die direkte oder indirekte Einwirkung führt zur Störung der anatomischen und funktionellen Integrität der Strukturen, die den Brustkorb bilden. Sie machen 25–30' % der Todesfälle durch Traumata aus. Die Patienten sind in der Regel männlich und zwischen 25 und 50 Jahre alt. Häufige Ursachen sind Sturz aus großer Höhe, Verkehrsunfall, Schussverletzung, Stich- und Schnittverletzung sowie Einklemmung (Kompression des Brustkorbs). Am häufigsten beobachten wir die stumpfe Thoraxverletzung; sie entsteht durch Sturz, Einklemmung und Verkehrsunfälle. Der Patient klagt über Seitenschmerzen auf der betroffenen Seite, Atemnot und Hautemphysem sowie über lokal starke Schmerzen (bei Rippenfraktur).
Bei 35–40' % der stumpfen Verletzungen liegt eine Rippenfraktur vor, vorwiegend zwischen der 4. und 9. Rippe. Liegt eine Fraktur der 1. Rippe vor, ist eine schwere begleitende Verletzung anzunehmen. Eine Sternumfraktur tritt bei 4' % der Traumapatienten auf, ein instabiler Thorax (Flail Chest) bei 5–15' %.
Bei 5–15' % der Patienten mit Thoraxtrauma ist eine Thorakotomie erforderlich. Bei Schussverletzungen bestimmen der Verlauf des Geschosses, die Lauflänge der Waffe und die Schussdistanz das Ausmaß der Schädigung. Bei Verkehrsunfallopfern ist zu beachten, dass mehrere Organsysteme gleichzeitig verletzt sein können; bei Thorax- und Abdominalverletzungen mit gestörter Hämodynamik hat die Laparotomie Vorrang. Bei Stich- und Schnittverletzungen ist eine Schädigung der inneren Organe sorgfältig zu untersuchen.
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