Samenstörungen
In etwa der Hälfte der Fälle, in denen ein Paar keine Kinder bekommen kann, kann die Ursache beim Mann liegen. Laut Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation nehmen Spermienzahl und Spermienqualität weltweit zunehmend ab…
Über die Fachabteilung
Umfang, Ansatz und wichtigste Leistungen der Abteilung.
In etwa der Hälfte der Fälle, in denen ein Paar keine Kinder bekommen kann, kann die Ursache beim Mann liegen. Laut Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation nehmen Spermienzahl und Spermienqualität bei Männern weltweit zunehmend ab. Dafür sind neben Strahlung, krebserregenden Stoffen und Chemikalien, denen wir ausgesetzt sind, auch zunehmende Lebensbelastungen und Stress von großer Bedeutung. Daher sollten bei der werdenden Mutter zwar zunächst grundlegende und einfache Untersuchungen durchgeführt werden; wenn jedoch keine Ursache gefunden wird, sollten vor Beginn schwieriger und aufwendiger Untersuchungen auch die werdenden Väter untersucht werden. Man sollte niemals annehmen, das Problem liege beim Mann oder bei der Frau. So wie ein Baby von beiden Elternteilen stammt, ist auch das Ausbleiben einer Schwangerschaft ein gemeinsames Problem des Paares. Die Ursache kann bei einem der Partner oder bei beiden liegen.
Spermiogramm: Das Spermiogramm ist der wichtigste und grundlegende Test zur Ermittlung männlicher Unfruchtbarkeitsursachen. Da es günstig, einfach und wirksam ist, sollte es zuerst durchgeführt werden. Dieser Test ist meist unkompliziert. Bei Männern mit Erektionsproblemen oder unter Stress kann er jedoch schwierig werden. In unserem Land wird dieser Test häufig von Fachkräften aus verschiedenen Fachrichtungen durchgeführt, die nicht auf dieses Gebiet spezialisiert sind. Dennoch ist es von großer Bedeutung, dass die Samenzelle von einem Embryologen beurteilt wird.
Wie wird der Spermiogramm-Test durchgeführt und welche Voraussetzungen gibt es?
In Kinderwunschzentren erfolgt die Probenabgabe für den Test in eigens dafür vorbereiteten Spezialräumen mit Duschmöglichkeit, bei denen Privatsphäre und Diskretion sorgfältig gewahrt werden. Die Abgabe einer Probe auf der Toilette oder an einem anderen beliebigen Ort ist nicht geeignet. Vor dem Test wird sexuelle Enthaltsamkeit (kein Geschlechtsverkehr) über einen Zeitraum von 2 bis 7 Tagen bevorzugt. Ein Zeitraum von weniger als 2 Tagen oder mehr als 7 Tagen Enthaltsamkeit wirkt sich negativ aus. Zur Gewinnung der Samenprobe durch Masturbation stellt das Labor einen sterilen Behälter zur Verfügung. Während der Masturbation dürfen gegebenenfalls keine Gleitmittel, Seife, Speichel o. Ä. verwendet werden. Die Samenabgabe kann für den Mann eine sehr belastende Situation darstellen. Patienten, die Schwierigkeiten bei der Probenabgabe haben, sollten dies vorab mit ihrem Arzt besprechen.
Worauf wird im Test geachtet?
Grundsätzlich werden folgende Parameter beurteilt:
- Spermienzahl
- Aufbau der Samenzellen
- Beweglichkeit der Spermien
Ein wichtiger Punkt, der nicht vergessen werden darf: Die Diagnose sollte nicht auf Grundlage eines einzelnen Spermiogramms gestellt werden. Bei einem auffälligen Ergebnis sollte der Test wiederholt werden.
Was beeinflusst das Testergebnis?
Folgende Faktoren in den letzten 2 Monaten beim werdenden Vater:
- Durchgemachte Infektionskrankheiten
- Hormonstörungen
- Verletzungen des Rückenmarks
- Varikozele
- Rauchen
- Krebsbehandlungen (Chemotherapie, Strahlentherapie)
- Im Kindesalter durchgeführte Operationen wegen Mumps, Hoden oder Leistenbruch
- Bestimmte Berufe (Tätigkeit in Arbeitsumgebungen mit hohen Temperaturen, Strahlung und Kontakt mit Chemikalien)
- Übermäßiger Alkoholkonsum
- Drogenkonsum
- Starker Stress, Erschöpfung, Schlafmangel
- Bestimmte eingenommene Medikamente können die Anzahl und Qualität der Spermien beeinflussen.
Aus diesen Gründen sollte der Test bei festgestelltem Problem nach 2 bis 3 Monaten wiederholt werden. Selbstverständlich sollte der werdende Vater während dieses Zeitraums seine Lebensqualität entsprechend anpassen.
Welche Ursachen gibt es für Auffälligkeiten im Spermiogramm?
- Unbekannte Ursache 45–50 %
- Varikozele 10–15 %
- Infektionen 5–8 %
- Genetische Störungen 2–4 %
- Sexuelle Probleme 2–3 %
Welche Maßnahmen werden ergriffen, um die Ursache einer Auffälligkeit im Spermiogramm festzustellen?
- Untersuchung
- Hormontests
- Ultraschalluntersuchung
- Genetische Untersuchung
- Untersuchung auf Mukoviszidose
- Spermien-FISH-Test
- Hodenbiopsie
Welche Behandlungsformen gibt es?
Die Behandlung wird abhängig vom Schweregrad des männlichen Problems geplant. Bei schweren Problemen ist eine In-vitro-Fertilisation mit intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) erforderlich. Bei leichteren Fällen wird zunächst eine intrauterine Insemination (IUI) durchgeführt. Wenn die intrauterine Insemination nicht zum Erfolg führt, sollte mit einer In-vitro-Fertilisation begonnen werden. Liegen keine gravierenden Probleme bei Aufbau und Beweglichkeit der Spermien vor und beträgt die Spermienzahl mehr als 10 Millionen, sollte die intrauterine Insemination bevorzugt werden. Beträgt die Spermienzahl weniger als 10 Millionen und bestehen Probleme mit dem Aufbau oder der Beweglichkeit der Spermien, sollten Zeit und Kosten lieber in eine In-vitro-Fertilisation investiert werden, die höhere Schwangerschaftsraten erzielt, als in eine intrauterine Insemination. Bei leichten Spermienstörungen können durch eine Anpassung des Lebensstils und unter ärztlicher Kontrolle durchgeführte Behandlungen positive Ergebnisse erzielt werden.
In etwa der Hälfte der Fälle, in denen ein Paar keine Kinder bekommen kann, kann die Ursache beim Mann liegen. Laut Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation nehmen Spermienzahl und Spermienqualität bei Männern weltweit zunehmend ab. Dafür sind neben Strahlung, krebserregenden Stoffen und Chemikalien, denen wir ausgesetzt sind, auch zunehmende Lebensbelastungen und Stress von großer Bedeutung. Daher sollten bei der werdenden Mutter zwar zunächst grundlegende und einfache Untersuchungen durchgeführt werden; wenn jedoch keine Ursache gefunden wird, sollten vor Beginn schwieriger und aufwendiger Untersuchungen auch die werdenden Väter untersucht werden. Man sollte niemals annehmen, das Problem liege beim Mann oder bei der Frau. So wie ein Baby von beiden Elternteilen stammt, ist auch das Ausbleiben einer Schwangerschaft ein gemeinsames Problem des Paares. Die Ursache kann bei einem der Partner oder bei beiden liegen.
Autor
Web- und medizinischer RedaktionsbeiratVon einem Facharzt geprüft
Doz. Dr. S. Hilmi AksoyInterventionelle RadiologiePrüfdatum: 02. November 2026Kontakt
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